20.02.2017

Wrackteil auf dem Japsand

Mit dem BeachExplorer Besonderheiten des Wattenmeers entdecken

Planken und Spanten auf dem noch leicht vereisten Watt am vergangenen Mittwoch.

Die einzelnen Teile später auf dem höher gelegenen Japsand.

Immer wieder werden an der Wattenmeerküste Wrackteile angespült oder auch ganze Wracks freigelegt. Insbesondere bei Stürmen nagen Wellen und Strömungen an den Stränden oder Sandbänken, so dass manchmal auch über mehrere Jahrhunderte verborgen gebliebene Reste von Schiffen oder Booten wieder auftauchen. Nicht immer sind diese Relikte so gut zugänglich wie das Wrack, das Anfang Oktober an der Sylter Südspitze freigelegt wurde. Den Holzrumpf eines alten Marineschleppers, der 1912 vor Westerhever gesunken war, konnte man in den letzten Jahren nur finden, wenn man zu Springtiden-Niedrigwasser zwei Kilometer über die Sandbank lief. Inzwischen ist er aber wieder von Sand bedeckt.
Immer wieder stoßen unsere Freiwilligenteams auch bei Vogelzählungen in den Ruhezonen des Nationalparks auf Schiffsreste. So liegt nahe der Süderoogsand-Bake das Wrack der Ulpiano. Am eisernen Rumpf dieser Heiligabend 1870 gestrandeten Bark kommen unsere Pellwormer Vogelzähler im Sommer alle zwei Wochen alle zwei Wochen vorbei, wenn sie den Süderoogsand kontrollieren.

Anfang Februar wurde nun am Japsand westlich von Hallig Hooge ein Wrackteil gefunden. Die mit Holzdübeln verbundenen Spanten und Planken waren wohl bei einem der Stürme Mitte Januar dorthin getrieben worden. Am 15. Februar wurden die Teile vom Archäologischen Landesamt vermessen und dann zur späteren Bergung auf den höher gelegen Japsand verbracht.

Findet man selber interessante Wrackteile, kann man diese beim Strandfunde-Internetportal BeachExplorer.org melden, von wo dann die zuständigen Stellen unterrichtet werden. Verschiedene ganze Wracks oder Wrackteile sind dort unter den folgenden Links zur finden:

https://www.beachexplorer.org/arten/boot-wrack/steckbrief

https://www.beachexplorer.org/arten/wrackteil/steckbrief