Gammelfischerei - Noch häßlicher als der Name

Was ist Gammelfischerei?

Wenn gefangene Fische zu Fischmehl und -öl verarbeitet werden, bezeichnet man dies als Industrie- oder Gammelfischerei ("Gammel" ist der unverkäufliche Rest beim Krabbenfang). Ein Drittel des weltweiten Fischfanges wird als Industriefisch verarbeitet (30 Mio. t jährlich). Von den 6,5 Mio. t Fischmehl gehen 55% in die Geflügelzucht, je 20% in die Schweine- und Fischzucht. Von den 1,3 Mio. t Fischöl geht 1/4 in die Fischzucht, der Rest dient als Speisefett.

Wer fischt wieviel?

In der Nordsee werden jährlich 1,4 Mio. t "Industriefische" gefangen, überwiegend Sandaal und Stintdorsch. 80% dieser Fänge landet die dänische Fangflotte an.

Was ist das Problem?

Industriefischer fangen die Kleinfische, die als Nahrung für Seevögel und größere Fische wichtig sind. Auch kommt es immer wieder vor, daß Jungfischschwärme gefangen werden (Hering, Schellfisch, Kabeljau). Industriefischerei verformt das gesamte Ökosystem im Meer.

Was muß passieren?

Auch für die fischfressenden Tiere muß Nahrung bleiben. Die Beifänge anderer Fischereisparten, die heute oft weggeworfen werden, sollten zur Fischmehlproduktion genutzt werden. 


Quelle: Hubold, G. (1998) Inst. f. Seefischerei; In: 8. Symposium üb. Aktuelle Probleme d. Meeresumwelt

Ein Krabbenkutter
Auf Deck eines Krabbenkutters
Beifang beim Krabbenfischen
Jungheringe, die unbeabsichtigt ins Netz geraten sind