Mitgefangen... - Der Plattfischfang und seine Nebenwirkungen

Wie werden Plattfische gefangen? 


Die im Nordseegrund vergrabenen Plattfische werden mit Grundschleppnetzen (Baumkurren) gefischt. Am Vorderrand der Netze sind quer verlaufende Scheuchketten angebracht, die den Boden aufreißen und die Fische in die Netze treiben. Pro Kutter sind 24 m Netzbreite erlaubt.

Was ist das Problem?

Außer den erwünschten Schollen und Seezungen gelangen auch viele andere Fische und Bodentiere mit in die Netze. Sie werden dabei größtenteils verletzt oder getötet. Pro Kilo Seezunge werden 7 - 10 Kilo andere Meerestiere mitgefangen! Die Scheuchketten pflügen den Meeresgrund dabei bis in 10 cm Tiefe um.


Wie schlimm ist es denn? 


In der südlichen Nordsee wird jeder Quadratmeter Meeresboden im Durchschnitt 4 x jährlich von Grundschleppnetzen umgepflügt, stellenweise 20 mal! Unter diesen Umständen haben festsitzende Tiere wie Muscheln und Seeanemonen, aber auch größere Fische wie Rochen keine Überlebenschance. 


So können Sie helfen!

Essen Sie wenig Plattfisch, und falls doch, dann nur große Tiere, die sich schon fortpflanzen konnten ("Maischollen" sind oft Jungtiere!).

Quellen: Warnsignale aus dem Wattenmeer (1994) & 8. Symposium Akt. Probl. d. Meeresumwelt (1998) HH

Gut getarnt: eine Scholle
Beifang beim Fang von Plattfischen
Kurrenspuren auf dem Meeresboden
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