Gelangt Seehundseuche auch in das Wattenmeer?

07.06.2002

Bis zum 7.Juni sind im Kattegat etwa 300 Seehunde gestorben. Nach holl&aumlndischen Forschern best&aumltigte jetzt auch das d&aumlnische Veterin&aumlrinstitut, dass einige von ihnen vom Seehundstaupevirus befallen waren. Dieses war 1988 in Ost- und Nordsee f&uumlr den Tod von etwa 22000 Tieren verantwortlich.

Natursch&uumltzer bef&uumlrchten nun, dass das Virus, wie schon vor 14 Jahren, schnell auch in das Wattenmeer gelangt. Wie Krankheitserreger rasch &uumlber weite Strecken transportiert werden k&oumlnnten, zeigen k&uumlrzlich ver&oumlffentlichte Forschungsergebnisse des Fischerei- und Seefahrtsmuseums Esbjerg (http://www.fimus.dk/saeltael.html). Mit Satellitensendern markierte Seehunde legten in wenigen Tagen hunderte Kilometer zur&uumlck. Ein Tier wurde innerhalb weniger Wochen sowohl vor dem Limfjord im Norden D&aumlnemarks als auch im nordfriesischen Wattenmeer und vor Helgoland festgestellt.

Die Folgen einer neuerlichen Epidemie der Seehundstaupe im Wattenmeer sind schwer abzusch&aumltzen. Zur Zeit leben im Wattenmeer etwa 20.000 Seehunde, davon 7500 vor Schleswig-Holstein. 1988 starb mit &uumlber 5000 Tieren etwa die H&aumllfte des Seehundbestandes vor unseren K&uumlsten. Damals war allerdings der allgemeine Gesundheitszustand der Tiere schlechter. So wurden Mitte der 80er Jahre, im Gegensatz zu heute, h&aumlufig Tiere mit offenen Geschw&uumlren beobachtet. Heute besteht die Hoffnung, dass nur ein kleiner Teil der Population einer Epidemie zum Opfer fallen w&uumlrde.

Die Mitarbeiter der Schutzstation Wattenmeer unternehmen zur Zeit auf den Inseln und Halligen sowie am Festland verst&aumlrkt Kontrollg&aumlnge, um tote Tiere fr&uumlhzeitig zu finden und ihren z&uumlgigen Abtransport zu gew&aumlhrleisten. Gl&uumlcklicherweise wurden sie bislang noch nicht f&uumlndig.