Keine weitere Ölsuche im Nationalpark Wattenmeer

Schutzstation-Mitglieder fordern Umdenken der Landesregierung

29.03.2012


„Die Ölförderung ist ein Schandfleck im Nationalpark Wattenmeer“, sagte Johann Waller, Vorsitzer der Schutzstation Wattenmeer auf der jährlichen Mitgliederversammlung des Naturschutzvereins in Husum. „Wir fordern die Landesregierung auf, keine weitere Ölsuche im Wattenmeer zu genehmigen“, so Waller weiter. Es sei grotesk, dass RWE Dea die einmalige Natur vor unserer Haustür noch weiter ausbeuten wolle, während der Konzern im vergangenen Jahr sein Betriebsergebnis fast verdoppelt habe. Das gehe auf Kosten der Natur und der Menschen am Nationalpark. Eine intakte Meeresumwelt sei gerade für den Tourismus überlebenswichtig, der mit zwei Milliarden Euro fast die Hälfte des Volkseinkommens an der Küste erwirtschafte.

Als wichtigen Erfolg für den Naturschutz sieht Schutzstation-Geschäftsführer Harald Förster das Importverbot von Saatmuscheln aus Großbritannien und Irland durch das OVG Schleswig im letzten Jahr: „Mit den Saatmuscheln werden gebietsfremde Arten unvermeidbar mit eingeführt. Wir begrüßen, dass dieser Praxis nun endlich ein Riegel vorgeschoben wird.“ Durch das Urteil, das die Schutzstation gemeinsam mit dem WWF erstritten habe, werde auch das Muschelfischereiprogramm langfristig keinen Bestand haben. Kurz vor der Landtagswahl hatte die Landesregierung trotz deutlicher Kritik von Naturschutzseite die bis 2016 gültigen Verträge mit der Muschelindustrie um weitere 15 Jahre verlängert.

Besonders dankte Vorsitzer Waller dem Einsatz der Freiwilligen im Nationalpark: „Fast 300.000 Menschen konnten unsere Mitarbeiter im letzten Jahr über die einmalige Natur des Weltnaturerbes Wattenmeer informieren. Mit diesem wichtigen Teil unserer Arbeit vermitteln wir den Menschen die Einzigartigkeit des Wattenmeeres und begeistern sie gleichzeitig für dessen Schutz." Diese Information wolle man auch in Zukunft weiter verbessern. Einen wichtigen Beitrag leiste die Erweiterung des Schutzstation-Netzwerks um die geplanten neuen Nationalparkinfozentren „Arche Wattenmeer“ in Hörnum auf Sylt sowie in der Dünentherme in St.Peter-Ording. Die Eröffnung beider Stationen sei für das Frühjahr 2013 vorgesehen.
 
Neu in den Schutzstation-Vorstand gewählt wurde Dr.Andrea Budde-Niekiel aus Risum-Lindholm, die ihre Tätigkeit als ehrenamtliche Beauftragte für die Schutzstationen auf Föhr und Amrum fortsetzen wird.