Kurz und knapp - News from Watt

Unter 'm Dach

02.09.2003

Ab 01.09.03 arbeiten in Büsum Schutzstation und NationalparkService in einem gemeinsamen Zentrum in der "Alten Schleuse³ am Hafen zusammen. Der bisherige Standort des Schutzstation-Zentrums im Kurmittelhaus stand wegen des Abrisses des Gebäudes nicht mehr zur Verfügung. Das Nationalparkamt betrieb im Schleusenhaus ein eigenes Zentrum seit Mitte der 80er Jahre.

Eine komplett neue Ausstellung, die noch im Laufe des Herbstes fertig werden soll und eigenen Büsumer Schwerpunkten wie z.B. der Garnele gewidmet ist, werden das Zentrum von anderen Standorten abheben und die neue Zusammenarbeit zwischen den Partnern dokumentieren. Auch personell wird das Nationalparkzentrum von beiden Organisationen gemeinsam betreut werden.

Auf'm Damm
Die Sanierung rsp. der Neubau des Lorendammes zur Hallig Oland ist vorerst gestoppt. Die Baustelle soll wintersicher gemacht werden. Das Amt für ländliche Räume und das Kieler Umweltministerium suchen das Gespräch mit den Beteiligten. Dieses teilten die beiden Behörden telefonisch dem Landesnaturschutzverband LNV mit. Der sieht sich durch den Baustopp in seinen Bedenken bestätigt. Die Baumaßnahme hatte für viel öffentliche Aufmerksamkeit gesorgt. Die Dammverbreiterung und Erhöhung stellte nach LNV-Aussage eine ernste Gefahr für die auf der Hallig Oland brütenden Bestände von Löfflern und Lachmöwen dar, denn auf dem Damm gelangten sehr viel leichter Füchse und Marder auf die neue "Halbinsel Oland³ als zuvor. Ohne Auswirkungen auf die umgebenden Wattflächen und Lahnungsfelder dürften die Baumaßnahmen auch nicht bleiben.

Der in 3 Etappen projektierte Bau war ohne Beteiligung der Naturschutzverbände sowie ohne Planfeststellungsverfahren seit einem Jahr im Gang. Ziel der Dammsanierung ist die Verbesserung des Küstenschutzes für die Hallig.

Durch die komplizierte Rechtslage sind 3 Naturschutzbehörden (NPA, AlR, MUNL) in das Verfahren involviert.

Der LNV hatte geargwöhnt, dass es sich um einen "staatlichen Schwarzbau im Wattenmeer³ handele und öffentlich mit einer Klage gedroht. Auch von Hallig- bewohnern waren Bedenken angemeldet worden.

In Gang
Anfang August hat zeitgleich mit dem neuen FÖJ-Jahrgang die "Trägergemeinschaft für das FÖJ am Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer" (FÖJ Wattenmeer) ihre Arbeit mit 3 MitarbeiterInnnen aufgenommen. Die Geschäftsführung wird von Husum aus von der Schutzstation Wattenmeer betrieben. Wir hatten bereits in unserer Mai-Ausgabe ausführlich über diese erfreuliche Entwicklung für den Naturschutz in Schleswig-Holstein berichtet.

Wie Dumm
Scheiden tut weh, diese Volksmundweisheit trifft nicht nur für den Menschen zu, sondern gilt auch bei unserem auffälligsten Wattenvogel, dem Austernfischer. Entscheidend hier wie da ist oftmals, wer die Initiative ergreift. Neue Untersuchuchungen von Forschern der Uni Bern zeigen, dass der Partner, der sich zuerst ein(e)n neuen anlacht, gegenüber dem Sitzengelassenen deutlich besser abschneidet. Er findet leichter einen günstigeren Nistplatz und hat auch mehr Kinder. An schlechten Brutplätzen war die Trennungsrate während des achtjährigen Untersuchungszeitraumes höher als an gut gelegenen. Eine weitere Analogie zur Menschenwelt.

Austernfischer sind aber viel treuer als Menschen, zumindest bei Dik Heg und seinem Schweizer Team. In Deutschland liegt die Scheidungsrate bei 50 %, bei den "Aufis" trennt sich hingegen nur jedes zwölfte Paar.