Nationalparkbetreuung gefährdet

Küstenkreise gegen Kürzungen beim Freiwilligen Ökologischen Jahr

09.01.2010

Etwa 40 junge Menschen leisten jedes Jahr im Weltnaturerbe Wattenmeer ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ), um Vogelbrutgebiete zu bewachen, junge Kegelrobben vor Störungen zu bewahren oder den Gästen die Vielfalt und den Wert der Natur näher zu bringen.

Die Naturschutzverbände im Nationalpark sehen durch mögliche Kürzungen von Landeszuschüssen beim FÖJ die Betreuung des größten Schutzgebiets Mitteleuropas in Gefahr. "Das Land ist in der Pflicht, die FÖJ-Stellen im bisherigen Umfang zu unterstützen, insbesondere wenn der Zivildienst gekürzt wird", fordert Johann Waller, Vorsitzer der Schutzstation Wattenmeer. "Ohne die FÖJlerinnen und FÖJler ist eine qualitativ hochwertige Betreuung des Nationalparks nicht zu machen", ergänzt Sibylle Stromberg, Leiterin des NABU Naturzentrums Katinger Watt.

Breite Unterstützung für diese Forderungen erhalten die Naturschutzverbände an der Westküste des Landes. Das Nationalparkkuratorium des Kreises Nordfriesland hat in seiner Dezember-Sitzung die neue Landesregierung aufgefordert, "die anteilige Finanzierung der Schutzgebietsbetreuung sowie des FÖJ mindestens auf dem heutigen Niveau zu bewahren." Auch der Kreistag in Dithmarschen hatte Ende letzten Jahres einen ähnlich lautenden Beschluss gefasst.

Nach Einschätzung von Mareike Moll, Geschäftsführerin der Tourismuszentrale Eiderstedt würde die Nationalparkregion für Gäste ohne die jungen Freiwilligen mit ihrem umfassenden Umweltbildungsangebot deutlich an Attraktivität verlieren. "Die bei den Naturschutzverbänden beschäftigten FÖJler tragen erheblich dazu bei, die Faszination des Nationalparks für die Gäste der Region erlebbar zu machen", so die Eiderstedter Tourismus-Chefin.

Ermutigt von der großen Zustimmung der Westküsten-Gremien erhoffen sich die Naturschutzverbände nun auch die Unterstützung der Kieler Landesregierung, damit das Freiwillige Ökologische Jahr in Schleswig-Holstein langfristig gesichert bleibt.

Ohne FöJs und Zivis nicht zu machen: Betreuung von Schutzgebieten