Nessie an der Nordsee

Sensationelle Sichtungen meldet die Schutzstation Wattenmeer aus dem Weltnaturerbe Wattenmeer.

01.04.2014


Das Winterquartier und möglicherweise auch das Balzrevier von Nessie, dem legendären Ungeheuer von Loch Ness, scheint offenbar direkt vor der Westküste Schleswig-Holsteins zu liegen.

An einem außergewöhnlich warmen und ruhigen März-Abend gelang es dem Biologen Rainer Schulz, erstmals aussagekräftige Fotos gleich zweier Wesen zu schießen, die nicht nur genauere Rückschlüsse auf deren Form und die Größe, sondern sogar auf das Verhalten zulassen. Schulz hierzu:  ”Am 12. März kurz vor Sonnenuntergang waren vor dem Strand von St. Peter-Ording zwei Tiere nebeneinander zu beobachten. Von der Seite gesehen waren kleine Köpfe mit einem langen spitzen Schnabel erkennbar. Im Vergleich mit einigen Vögeln müssen diese bis zu drei Meter aus dem Wasser geragt haben. Eines der Tiere, eventuell ein Männchen, spreizte ähnlich wie ein Schwertfisch, ein Rückensegel ab, so dass es besonders breit wirkte. Das mutmaßliche Weibchen hatte hingegen einen schlankeren Hals."

Auf einem zweiten Bild sind die Tiere von vorn zu sehen. Hierbei zeigte das Weibchen ebenfalls einen äußerst schmalen, fast grazil erscheinenden Hals, das Männchen hingegen einen deutlich massiver und muskulöser wirkenden. "Bei ihren synchron verlaufenden Wendungen mit seitlichen Bewegungen der Hälse könnte es sich sogar um ein Paarungsritual gehandelt haben", freut sich Schulz.

In der Wissenschaft wurde die Existenz des "Monsters von Loch Ness" lange Zeit in Frage gestellt. Sabine Gettner, Biologin und Leiterin der Schutzstation Wattenmeer in St. Peter-Ording weiß aber: "Nachdem neben Beobachtungen aus Loch Ness immer häufiger im Juli und August auch Sichtungen aus Loch Summer bekannt wurden, scheint die Forschung die Existenz dieser Art inzwischen weithin akzeptiert zu haben."

Auf die Frage, warum Nessie gerade jetzt vor der Westküste auftaucht, hat die Biologin Gettner eine plausible Erklärung: "Das Wattenmeer ist seit fast 30 Jahren als Nationalpark geschützt und seit fünf Jahren sogar als Weltnaturerbe ausgezeichnet. Es liegt nahe, dass auch diese exotischen Tiere den Schutz und die Ruhe hier zu schätzen gelernt haben."

Eindeutiger Fotobeweis: Im Wattenmeer gibt es sogar zwei Nessies, Foto: Rainer Schulz, Schutzstation Wattenmeer