Oscarpreisträger unterstützt Schweinswalschutz

Richard O'Barry fordert Netzwerk von Walschutzgebieten in Nord- und Ostsee

25.07.2010

Schweinswale sind die einzigen im Wattenmeer heimischen Wale. Sie sind durch viele Eingriffe des Menschen in ihrem Lebensraum gefährdet. Der international bekannte Walschützer und Oscar-Preisträger Richard O'Barry fordert, die bedrohten Kleinwale besser zu schützen und startet gemeinsam mit der Schutzstation Wattenmeer eine Unterschriftenkampagne zu diesem Thema.

 

„Die Probleme von Delphinen und Kleinwalen sind überall auf der Welt ähnlich. Die Meeressäuger enden als Beifang in Fischernetzen oder werden unter anderem durch Unterwasserlärm bedroht“, sagt O'Barry. Schweinswale können unter Wasser die dünnen Netze nicht wahrnehmen, verheddern sich und ertrinken qualvoll. Über 7.000 Tiere sterben jedes Jahr in der Nordsee als Beifang in den Netzen. „Es muss mehr für die Entwicklung von Fischereitechniken getan werden, die für die Schweinswale ungefährlich sind“, so O’Barry weiter. Als Beispiel nannte er die Einführung sogenannt reflexiver Netze.

 

Schweinswale orientieren sich unter Wasser durch Schall und reagieren sehr empfindlich auf Lärm im Meer. „Es sind über 6.000 Windkraftanlagen in der Nordsee geplant“, sagt der Biologe Christof Goetze von der Schutzstation Wattenmeer. „Der Schutz der Schweinswale bei Bau und Betrieb dieser Anlagen wird eine der größten Herausforderungen für den Schweinswalschutz in den nächsten Jahren sein,“ so Goetze weiter. Er fordert, als Mindestschutz sogenannte Blasenvorhänge zur Verminderung der Schallwirkung auf die Tiere einzusetzen und zugleich noch wirksamere Technologien zu entwickeln.

Das Walschutzgebiet im Wattenmeer ist bisher das einzige in Europa. „Ein Schweinswal kümmert sich nicht um Grenzen, die von Menschen gemacht sind. Ihm ist es egal, ob er in Deutschland, Dänemark oder in den Niederlanden ist“, sagt Ansgar Diederichs, stellvertretender Vorsitzer der Schutzstation Wattenmeer. „Wir brauchen ein Netzwerk von Walschutzgebieten in Nord- und Ostsee“, ergänzt O'Barry. Besonders der Ostseeschweinswal sei sehr stark in seinem Bestand bedroht. O'Barry fordert auch eine verbesserte Umsetzung der EU-Umweltgesetzgebung und eine Anpassung des deutschen Rechts (Bergrecht), damit der Schutzstatus der Schweinswale in Deutschland gewährleistet wird.

 

Interessierte Bürger können mit ihrer Unterschrift den Schweinswalschutz unterstützen. Ihre Petitionen werden an die zuständigen Behörden und Politiker weitergeleitet, um eine Verbesserung des Schutzes der kleinen Wale in Nord- und Ostsee zu erreichen. Die Schweinswalpetition kann hier heruntergeladen werden.

 

 

Kleiner Wal in Gefahr (Foto: Erik Christensen)