Tag der offenen Tür auf der größten Hallig der Welt

Die Schutzstation Wattenmeer am 26.04.09 das Ergebnis der mehrmonatigen Umbauarbeiten im Wattenmeerhaus Langeneß vor

28.04.2009

Bei einem Tag der offenen Tür stellte die Schutzstation Wattenmeer am 26.04.09 das Ergebnis der mehrmonatigen Umbauarbeiten im Wattenmeerhaus Langeneß vor. Neben einem neuen Dach erhielt das Seminarhaus eine Solaranlage, eine verbesserte Wärmedämmung und einen neuen Mitarbeiterbereich.

Wo vor kurzem noch die Bohrhämmer wummerten und die Zementmischer quietschten, konnten sich die Nachbarn im Wattenmeerhaus Langeneß auf der größten Hallig der Welt vom Ergebnis der mehrmonatigen Umbauarbeiten überzeugen. Die Schutzstation Wattenmeer hatte am 26.04.09 bei sonnigem Aprilwetter und selbstgebackenem Kuchen zu einem Tag der offenen Tür geladen.

"Wir mussten handeln", sagte Hausleiterin Kriemhild Schrey vor den zahlreich erschienenen Halligfamilien. "Bei jedem Sturm hatten wir Angst, dass unser altes, asbesthaltiges Dach vom Haus fliegt und die Heizungsanlage war nicht mehr in der Lage, die erforderliche Leistung zu erbringen." Das neue Dach und die verbesserte Wärmedämmung im Obergeschoss sollen zusammen mit der Solaranlage den Energieverbrauch deutlich senken. "Jetzt, wo die Bauarbeiten abgeschlossen sind, können wir daran gehen, die Ausstattung des Seminarbereichs zu verbessern", so Schrey weiter. Geplant ist u.a. die Anschaffung neuer Stereolupen und eines Beamers, damit auch Gruppen in Klassenstärke sich davon überzeugen können, dass "auf einem Quadratzentimeter Wattboden eine Million Kieselalgen leben".

Vorstandsmitglied Martin Knop und Geschäftsführer Harald Förster bedankten sich bei Hausteam und ehrenamtlichen Helfern für ihren unermüdlichen Einsatz. "Ich habe noch nie in einem Lebensabschnitt so viel geputzt wie in den letzten Wochen", sagte Zivi Benedikt Wiggering scherzhaft, der zusammen mit seinen beiden Teamkollegen Annmargrit Albers und Jan Schütter während der Bauarbeiten zeitweise die Mitarbeiterunterkunft im Dachgeschoss räumen musste. Finanziell unterstützt wurde die Schutzstation Wattenmeer bei den Umbaumaßnahmen durch den Verein Europäischer Tier- und Naturschutz e.V. ETN, die Umweltlotterie BINGO, die Klara-Samariter-Stiftung sowie viele, kleine Einzelspenden von Förderern der Schutzstation Wattenmeer.

Seit 1980 kommen Schulklassen und Jugendgruppen aus ganz Deutschland auf die Peterswarf, wo die Schutzstation Wattenmeer ihr Seminarhaus betreibt. Eine Woche lang lernen sie intensiv die Tiere und Pflanzen im Nationalpark Wattenmeer kennen und werden dabei von den Zivis und FÖJs des Hausteams angeleitet. Zum Konzept des Wattenmeerhauses Langeneß gehört es, dass die Betreuung der oft jugendlichen Gruppen von FÖJs und Zivis übernommen wird, die nur wenig älter als sie selber sind. Das Seminarhaus ist 2005 als eine der ersten Einrichtungen des Landes als Bildungspartner für Nachhaltigkeit zertifiziert worden.