Wahlkämpfer Rezzo traf auf "Walkämpfer" ohne "H"

Der Bundesfraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Rezzo Schlauch, besuchte die Schutzstation Wattenmeer auf Sylt und bekam Botschaften aus dem Watt für Berlin mit auf den Weg

07.08.2002

Der Vorsitzende der Bundestagsfraktion Bündnis90/Die Grünen, Rezzo Schlauch, informierte sich gestern anlässlich seines Besuches auf Sylt, bei der Schutzstation Wattenmeer in Hörnum über das Engagement junger Menschen in Naturschutz und Umweltbildung.

"Bei uns sind Politiker jeder Couleur derzeit willkommen, weil wir gerade im Walkampf sind", begrüsste Vorstandsprecher Lothar Koch den Wahlkämpfer Schlauch, in Anspielung auf die laufende Kampagne der Naturschutzgesellschaft zum Kleinwalschutz.

Koch nahm den Besuch des prominenten Gastes aus der Regierungshauptstadt zum Anlass, ihm einige Botschaften zur Verbesserung des Meeresschutzes mit auf den Weg zu geben, die nur auf Bundesebene gelöst werden können:

    * Die Waffenerprobung im Nationalpark Wattenmeer soll endlich engestellt werden. Zu diesem Schritt soll Rezzo Schlauch den neuen Verteidigungsminister Struck bewegen, nachdem sich unter Rudolf Scharping in dem "wattpolitischen Dauerbrenner" nichts bewegt hat.
    * Der Bund soll Verantwortung für kleine Nordseewale übernehmen und Meeresschutzgebiete in Bundesgewässern ausweisen, sowie besonders behutsam bei der Offshore-Windkraftplanung vorgehen. Dies soll Schlauch seinem Parteikollegen Umweltminister Trittin ans Herz legen.
    * Ein durch Bundesmittel geförderter, altersunabhängigen Freiwilligendienstes soll in Zukunft weiter ausgebaut werden, um die Naturschutzarbeit und Umweltbildung ehrenamtlicher Verbände, auch nach weiteren Verkürzungen, oder gar einer Abschaffung des Zivildienstes, sicherzustellen.

Durch neue Gesetze zum Freiwilligendienst und Zivildienst, die erst in den vergangen Wochen erlassen wurden ist seitens des Bundes bereits der richtige Weg eingeschlagen worden.

Nach einer gänzlichen Abschaffung des bestehenden Pflichtdienstes könnte in Zukunft aus einem Bruchteil des rund 1,3 Mrd. Euro schweren Zivildienstetats ein bundesweiter Freiwilligendienst aufgebaut werden. Dieser sollte dann jedoch Menschen aller Altersgruppen offenstehen und nicht, wie bislang, auf junge Leute bis 27 Jahren begrenzt sein. Ausserdem müssen mehr Anreize geschaffen werden, um mehr Menschen zu ehrenamtlicher Arbeit zu motivieren. Darum soll sich Rezzo Schlauch mit der Bundestagsfraktion von Bündnis90/Die Grünen persönlich kümmern.

Damit Rezzo Schlauch diese Forderungen mit dem nötigen Nachdruck und aus vollem Herzen nach Berlin trägt, wurde er am sechs Meter hohen "Totempfahl der Nordseetiere", der vor dem hörnumer Stationsgebäude steht, feierlich als Ehrenmitglied mit dem Beinamen "Rezzo, dem immer WATT einfällt" in den "Stamm der Sylter Wattindianer" aufgenommen. Die mitgereiste umweltpolitische Sprecherin der Landes-Grünen Irene Fröhlich, erhielt den Status einer "Medizinfrau" und den Beinamen "Irene, die mit dem Land spricht".