Schweizer Schulklasse aktiv gegen Meeresmüll

Hätten Sie’s gewusst?

  • dass sechsmal mehr Plastikmüll als Plankton im Meer schwimmt?
  • dass jede Minute eine LKW-Ladung Plastikmüll ins Meer gekippt wird?
  • dass sich in kosmetischen Artikeln jede Menge Plastik befindet?

Die Schutzstation Wattenmeer hat vom 20.5. bis zum 24.5.17 erstmals das Programm „Meere der Zukunft – ohne Müll“ in Norddorf auf Amrum durchgeführt – in dem Programm werden SchülerInnen selber aktiv gegen Meeresmüll und reinigen einen Strandabschnitt, gleichzeitig wird ihnen ein bewusster Umgang mit Plastik vermittelt. Die erste Schulklasse die an dem Programm teilgenommen hat kam nicht etwa aus Schleswig-Holstein, sondern aus der Schweiz – und obwohl sie mit dem Meer eigentlich nicht viel am Hut haben, waren sie begeistert dabei sich aktiv gegen den Müll im Meer einzusetzen. Ein großes Dankeschön geht nicht nur an die SchülerInnen, sondern auch an BIA die sich den 70kg Strandmüll die die Kinder gesammelt haben angenommen und fachgerecht entsorgt haben.

Im nachfolgenden Bericht schreibt die Klasse von Ihrer Projektwoche auf Amrum:  

Moin Amrum! Wir sind eine Schulklasse aus dem Zürcher Unterland und das Meer kennen wir hauptsächlich vom Mittelmeer zum Baden. Als uns unsere Lehrerin Frau Sell erzählte, wie stark die Meere durch Plastikmüll belastet sind, waren wir sofort begeistert und überzeugt, etwas dagegen zu unternehmen. Wir planten eine Projektwoche zum Thema.

Allerdings mussten wir zuerst die Reisekosten „verdienen“. Dafür haben wir bei Wohnungsrenovationen geholfen, in einer Hotelküche Teller abgewaschen, haben Sponsorenläufe durchgeführt, waren Schiedsrichter bei Eishockeyspielen, haben Brot und Kekse gebacken und in unserem Ort verkauft und unsere Eltern haben uns mit Spenden unterstützt.

Mit Bahn, Flugzeug, MiniVans und der Fähre machten wir uns auf den Weg nach Amrum und sind nach 13 Stunden Reise angekommen.

Unter der Leitung von Nina Furchheim von der Schutzstation Wattenmeer begannen wir uns mit der Plastikmüllproblematik in den Meeren zu beschäftigen. Unter anderem konnten wir den Strand von Amrum innerhalb von 2 Stunden von 70 Kilogramm Plastikmüll befreien. Dabei haben wir riesige Plastikfolien mühsam ausgebuddelt. Ausserdem fanden wir Bojenteile, Einweggeschirr, Spielzeug und Fischernetze, obwohl der Strand auf den ersten Blick sauber ausgesehen hatte.

In mühsamer Kleinarbeit entknoteten wir die Folie: Sie hatte die unglaubliche Länge von 75 Metern. Unvorstellbar, wenn sich Tiere darin verfangen oder diese sogar fressen. Wir vermuten, dass das Fundstück seinen Ursprung am Festland in einer Gärtnerei hat.

Nina Furchheim hat uns viele interessante Details erzählt: So wussten wir zum Beispiel nicht, dass Plastik in der Umwelt niemals abgebaut wird, sondern nur in immer kleinere Teile zerfällt, die auch von Tieren gefressen werden. Dieses Mikroplastik sammelt sich im Fleisch von Muscheln an und gelangt so auf unsere Teller. Aber auch Kosmetika sind wahre Mikroplastikschleudern. Und sogar wenn wir etwas Gutes tun wollen und recycelte Fleecepullover kaufen, ist das eigentlich gar nicht gut. Wir haben durch Experimente festgestellt, dass diese Fleecepullover bei jeder Wäsche extrem viele Kunststofffasern verlieren und diese ungefiltert ins Abwasser gelangen. Überhaupt kommt das meiste Plastik im Meer von Land. Und deswegen geht das Problem auch uns als Schweizer etwas an.

Während unserer Projektwoche wohnten wir zusammen mit anderen Schulklassen im Schullandheim Ban Horn. Eine dritte Klasse war so neugierig auf unsere Arbeit, dass wir spontan einen Vortrag für sie hielten. Sie waren Feuer und Flamme und beschlossen mit ihrem Lehrer zusammen, zuhause gleich die Grünflächen auf dem Schulhof von Müll zu befreien, damit der nicht über Wind und Regen in die Flüsse und schlussendlich ins Meer geschwemmt wird.

Wir wollen alle als Touristen wiederkommen, weil uns Amrum so gut gefällt. Bitte achtet auf eure schönen Strände und unterstützt alle Schulklassen bei der „Strandputzete“!