Kabelbau beim Kabeljau

Die Nordsee wird verkabelt

Wattenmeer und Nordsee sind von einem Netz von Kabeln und Rohren durchzogen. Leitungen für Wasser, Strom und Telefon führen vom Festland zu den Inseln und Halligen. Pipelines für Öl und Gas verbinden die Nordsee-Ölfelder mit dem Festland. Baupläne für neue Glasfaser-Telefonkabel und Hochspannungs-Stromkabel bestehen schon. Auch der Strom aus Offshore-Windparks wird nicht in Tragetaschen zur Küste gebracht werden...

Wo liegt das Problem dabei?

Abgesehen von den Störungen beim Bau besteht ein Unfallrisiko (durch Anker und Schleppnetze) speziell bei Öl-Pipelines. Sehr bedenklich sind Gleichstromkabel, denn sie produzieren starke Magnetfelder. Viele Fische, besonders die ohnehin gefährdeten Haie und Rochen, sind extrem sensibel gegenüber elektromagnetischen Feldern. Auch bei Walen (Pottwalstrandungen!) besteht die Möglichkeit, dass sie von Magnetfeldern (fehl)geleitet werden.

Was lässt sich verbessern?

Der Bau von Kabeln und Rohren muß gesetzlich koordiniert werden, um die Zahl der Eingriffe gering zu halten. Gleichstromkabel dürfen keinesfalls einpolig gebaut werden, sondern müssen aus zwei eng benachbarten Adern bestehen, damit die Magnetfelder sich neutralisieren.

Quelle: Umweltatlas Wattenmeer, Bd. 1 (1998), Ulmer Verlag. S. 196/197