Müllsammlung im Vogelbrutgebiet vor St. Peter-Ording am 21.8.2016

Angespült, überweht, verschwunden?

Nach dem Ende der Brutzeit waren wir mit knapp 10 Menschen auf der neuen Vordüne weit draußen vor St. Peter-Böhl unterwegs. Diese war von April bis Ende Juli als Vogelbrutgebiet ausgewiesen. Während dieser Zeit hatte sich einiges an Seilresten, Kanistern, Fischkisten, Folien usw. dort angesammelt. Um zu vermeiden, dass diese Kunststoffteile bei den kommenden größeren Sturmfluten wieder aufschwimmen und zurück ins Meer gelangen, hatten wir zu einer öffentlichen Sammelaktion eingeladen.

In knapp zwei Stunden kam eine Menge zusammen, die die Ladefläche des PickUps der Tourismuszentrale (vielen Dank für die Abholung!) komplett ausfüllte. Allerdings wurden offenbar viele Folien, leere Flaschen, Schaumstoffbrocken und andere sehr leichte Dinge vom Wind weit in die hohen Queckenbestände geweht, wo sie nur mit einer engen Menschenkette zu finden gewesen wären. An der Seeseite war auch der hohe Spülsaum vom 8. August zu großen Teilen bereits von Sand überweht, so dass man diesen quasi hätte umgraben müssen, um Plastikteile halbwegs komplett zu finden.

Fazit: Findet man am Seedeich vielleicht die "Spitze des Eisbergs" des Meeresmülls, ist es an den weitläufigen Sandstränden wohl wiederum nur die "Spitze dieser Spitze".

Spannend war die Abschluss-Diskussion mit den Gästen, bei der deutlich wurde, dass man im Endeffekt ganz am Anfang ansetzen muss. So gelangen aus Kunststoff-Funktionskleidung, auch wenn diese selbst nicht als Müll im Meer landet, allein durch den Abrieb oder mit jedem Waschgang große Mengen feinster Fasern in Umwelt oder Abwasser und somit langfristig meist ins Meer. Grund genug, sich vor dem nächsten Einkauf z. B. wieder über Kleidung aus Naturfasern zu informieren.

 

 

 

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