Natur am Strand

Wer denkt, dass es am Strand außer den Strandkörben, den Kite-Surfern und den Pfahlbauten nichts zu sehen gibt, ahnt nichts von dem Naturreichtum und der Artenvielfalt des Strandes. Vielen offenbart sich der Strand erst auf den zweiten Blick als einzigartiges Biotop. Selbst wenn sich dort viele Menschen aufhalten, lassen sich immer wieder seltene Arten sichten bzw. finden: Vögel, Pflanzen, Quallen, Muscheln oder anderes Treibgut.

Haben Sie sich schon mal gefragt, warum wir an manchen Stellen der Küste breite Sandstrände wie in Ording und Bad finden, und anderswo nicht? Sie können sich das so vorstellen: Die Sandmassen geraten im Meer durch die Gezeitenstöme oft in Bewegung und werden teilweise im flachen Wasser abgelagert, wo sie bei Ebbe freifallen können. Kommt Wind dazu, kann der Sand austrocknen und von auflandigen Winden zum Festland verlagert werden.

Die drei Zonen des Strandes sind der Vorstrand, der nasse Strand und der trockene Strand.

Ein Besuch lohnt sich sich – unter Berücksichtigung der Gezeiten - zu jeder Tageszeit, bei jedem Wetter und zu jeder Jahreszeit. Im Frühjahr etwa ziehen bis zu zwölf Millionen Vögel durch das Wattenmeer (siehe hier).

Wenn Sie über ein Muschelfeld gehen, achten Sie doch mal genauer auf das, was dort liegt. Haben Sie eine Herzmuschel gefunden, die aus der Seitenperspektive herzförmig aussieht, oder handelt es sich um eine Miesmuschel oder Sandklaffmuschel? Schon kleine Unterschiede in der Außenante, Riffelungen oder Höcker können Erkennungsmerkmal sein und eine Art von der anderen abgrenzen. Die Farben sind dabei eher Nebensache und können Aufschluss auf den Lebensraum geben. Die Rote Bohne gibt es zum Beispiel in blau, gelb, rot, orange, grün, schwarz... Im Gegensatz zu Schnecken sind Muscheln immer zweiteilig. Beim Bestimmen von Muscheln und anderen Fundstücken hilft unser BeachExplorer (siehe hier).

Häufig werden Kalk-Schilde angespült, die annähernd die Form eines Mangokerns haben. Hätten Sie gedacht, dass diese sogenannten Rücken-Schulpe Teile von toten Tintenfischen sind?

Ein ganz besonders magischer Moment ist der Sonnenuntergang am Strand von St. Peter-Ording, wenn sich der rotglühende Sonnenball im Meer versenkt. Die Nächte an den Stränden sind dunkel und die Himmel bei klarem Wetter bedeckt mit Milliarden von Sternen. In warmen Sommernächten kann man mitunter das „Meeresleuchten“ beobachten: Wellen blitzen blau-grün auf und bei jedem Schritt spritzt das Wasser in hellen Funken. Das Leuchten geht von kleinen Einzellern aus, den Meeresleucht-Tierchen (Noctiluca scintillans), die sich bei warmen Wetter sehr stark vermehren können.

Zu den selteneren Vögeln, die man hier in St. Peter-Ording am Strand beobachten kann, zählen zum Beispiel Seeregenpfeifer und Skua. Die Skua, auch große Raubmöwe genannt, hat ein graubraunes Gefieder mit rostroten Strichen und eine schwarze Kappe.

Noch einen kleinen Tipp für Feinschmecker: Haben Sie schon einmal den Meersalat gekostet oder den Queller, der auch Salzstange des Meeres genannt wird?