Der LandArt-Adventskalender 2017

Diese Bilder aus verschiedenen LandArt-Seminaren sollen etwas sonnig-sommerliche Nordsee-Stimmung in den oft recht grauen Dezember bringen - und vielleicht etwas Klarheit über ungeahnte Hintergründe des maritimen Ursprungs von Adventskränzen, Weihnachtsbaumkugeln oder der Bäume selber.

Die Schutzstation Wattenmeer wünscht eine schöne Adventszeit.

Die abgebildeten Objekte entstanden seit 2009 in den "LandArt"-Seminaren des Künstlers Rüdiger Ziegler gemeinsam mit den Gästen. Die Wochenenden sind Teil des Programms des Nationalpark-Seminarhauses am Leuchtturm Westerhever und finden meist im August oder Anfang September statt.

1. Dezember

Ein nicht ganz typischer Adventskranz aus etwa 200 Stücken Tintenfisch-Schulp, aber immerhin mit der großen "Kerze" des Leuchtturms Westerhever in der Ferne.

2. Dezember

Ein wenig Wind genügt, um Sand in den Kranz und um ihn herum zu wehen.

3. Dezember

Erster Advent! Ein Licht - das brennt.
Zwar ein Bild ohne Sonne, aber dafür mit dem Strahl des Leuchtturms im Hintergrund.
Eindrucksvoll auch die vom Wind aufgewehten Sandrippeln innerhalb des Kreises.

4. Dezember

Mit viel Kraft in die neue Woche.
Starker Seewind lässt den Sand fliegen, so dass dieser lange Fahnen bildet. Dazwischen schmale "Täler", die wieder leergeweht werden.
Freies Spiel der Naturkräfte im Nationalpark Wattenmeer!

5. Dezember

Noch ist die Zahl der Tage bis Weihnachten fast unüberschaubar. Doch mit jeder Nacht kommt das Fest näher. Irgendwann heißt es dann: "nur noch zweimal schlafen", "nur noch einmal schlafen..." und schließlich "heute ist Heiligabend". Aber bis dahin sind es noch einige Tage, in denen es hier insbesondere um den maritimen Bezug von Adventskränzen, Weihnachtsbaumkugeln und schließlich auch um Weihnachtsbäume gehen soll.

Teil 2: Die maritime Wahrheit über Adventskränze

6. Dezember

Nicht nur aus dem Schulp von Tintenfischen kann man an der Küste "Adventskränze" basteln, sondern auch aus Herzmuscheln.

7. Dezember

Eigentlich sind aber auch am Meer die Adventskränze pflanzlichen Ursprungs. Hier wächst ein Kranz aus Meersalat heran.

8. Dezember

Im Herbst ziehen die Adventskränze ans Land. Manchen geht allerdings die Kraft aus, so dass sie vertrocknet am Strand liegen bleiben.

9. Dezember

Viele Kränze nutzen aber geschickt den Seewind. In kurzer Zeit können sie dann lange Strecken über Watt und Sandbänke zurücklegen. Hiervon gibt es sogar ein einzigartiges Filmdokument eines offenbar etwas geschwächten oder orientierungslosen Adventskranzes auf dem Weg in die schützende Salzwiese.

10. Dezember

Sogar fliegende Adventskränze soll es geben. Dieses Foto ist jedoch eventuell nachgestellt. Denn ganz unten am Rand sind der Schatten einer Person und ihre Hand zu sehen. Echte fliegende Adventskränze achten aber extrem darauf, keinesfalls in die Nähe von Menschen zu kommen.

Teil 3: Weihnachtsbaumkugeln aus dem Meer

11. Dezember

Auch Weihnachtsbaumkugeln entstehen eigentlich im Meer. Ursprünglich wachsen sie wohl als Kreise von Meersalat heran.

12. Dezember

Im Herbst zerfallen diese dann zu den oft übersehenen Torfkreisen. Auf diesem Foto sind sogar drei gleichzeitig eingefangen.

13. Dezember

In einer ersten Metamorphose remineralisiert der Torf zu Klei. Zugleich ziehen sich die flachen Kreise zu Kugeln zusammen. An besonders abgelegenen Stellen im Weltnaturerbe Wattenmeer kommen diese dann auf geheimen Wegen aus dem Wasser, jede exakt in der Spur der anderen. Dieses Phänomen war ein wichtiger Grund für die Einrichtung von großen Ruhezonen im Nationalpark. Im Gesetz wird es allerdings schamhaft verschwiegen. Anders ist es etwa in Island, wo es auch offizielle Fachleute gibt, die Nutzungen des Menschen mit den althergebrachten Bedürfnissen von Elfen oder Trollen abstimmen.

14. Dezember

Einmal an Land, lässt die Disziplin der Kleikugeln allerdings schnell nach. So zerfällt die ursprüngliche Ordnung in Windeseile, - was nicht immer zum Vorteil der Kugeln ist.

15. Dezember

Beginnt bei Wind der Sand zu fliegen, verlieren die Kugeln, dann fast blind, schnell die Orientierung. Selbst Leuchttürme können ihnen dann nicht mehr die Richtung weisen.

16. Dezember

Hier sind drei Kugeln offenbar in tückischem Flugsand steckengeblieben, der sich wie Bremsklötze um sie herum gelegt hat.

17. Dezember

Manche Kugeln verheddern sich auch in Tangen und Algen, die sie zusätzlich an den Sand ketten. Oftmals ist ihre Reise dann hier zuende.

18. Dezember

Etwas anders als Kleikugeln machen es die Sandkugeln. Wegen ihrer evolutionären Nähe zum Flugsand können sie seinem Würgegriff oft noch entkommen. Diszipliniert, wie die Kleikugeln nur auf dem Weg aus dem Wasser, bilden sie bei Sturm kleine Quadrate, an deren Seite meist kein Sand liegen bleibt. Können sich Seitenkugeln aus dem Flugsand lösen, folgt ihnen die ganze Kette - und die Reise geht weiter.

19. Dezember

Auch die meisten Kleikugeln gelangen letztendlich an Land, wo sie dann eine zweite Metamorphose zur Glaskugel durchlaufen. Doch auch Kleikugeln, die es nicht soweit schaffen, sind schon so vom Weihnachtsfieber erfasst, dass sie sich oft ohne Metamorphose zu Wattweihnachtsbäumen zusammenfinden. Wichtig ist hierbei nur, dass immer eine ausgewogene Zahl von kleinen und großen Kugeln zueinander finden.

Teil 4: Weihnachtsbäume vom Meer

20. Dezember

Auch manche Weihnachtsbäume entstehen direkt am Meer. Während des Sommers finden sie sich anfangs spontan aus Treibholz zusammen. Häufig haben sie dann eher noch die Form einer Kugel.

21. Dezember

Je näher der Winter rückt, desto mehr gleicht sich ihre Form der eines typischen spitzen Weihnachtsbaums an.

22. Dezember

Problematisch sind nur stürmische Tage, die das Wachstum eines Weihnachtsbaums ziemlich aus dem Lot bringen können.
 

23. Dezember

Sehr ordentlich und fast symmetrisch ist dieser Weihnachtsbaum gewachsen. Zusammen mit dem Licht des Leuchtturms kann man schon fast seine endgültige Bestimmung erkennen. Nur noch einmal schlafen...
 

24. Dezember

Nun ist tatsächlich das Ende des Adventskalenders erreicht. In der Dämmerung beginnt ein erstes Licht zu leuchten. Und in der Dunkelheit strahlt dann ein ganz besonderer, etwa 40 Meter hoher und wirklich maritimer Weihnachtsbaum.

Wir wünschen ein frohes Fest und ein gutes neues Jahr.

 

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Das nächste LandArt-Seminar findet vom 31.8. bis 2.9.2018 statt.