Strandbrüterschutz

Brutvögel an Stränden

Die Strände des Wattenmeers sind alljährlich Anziehungspunkt für viele Strandbesucher. Aber auch einige Vögel zieht es im Frühjahr und Sommer an den Strand. Vogelarten wie Sand- und Seeregenpfeifer, sowie Zwerg- und Küstenseeschwalben haben sich auf das Brüten in den dynamischen Strandbereichen am Übergang zwischen Meer und Land spezialisiert. Sie brauchen ungestörte und natürliche Strände, um hier ihren Nachwuchs groß zu ziehen. Durch die intensive Nutzung der Strände durch Spaziergänger, Badegäste und Surfer haben sie an unseren Stränden jedoch große Schwierigkeiten, erfolgreich zu brüten. Die im Sand perfekt getarnten Nester werden häufig ungewollt zertreten und durch die vielen Menschen am Strand werden die Vögel immer wieder beim Brüten gestört. Eine erfolgreiche Aufzucht der Küken wird oft leider unmöglich Seit langem gehen daher die Brutbestände der Strandbrüter zurück und sie gehören inzwischen zu den gefährdeten Brutvogelarten Deutschlands.

Was wir tun

Die Schutzstation Wattenmeer versucht den Negativtrend der gefährdeten Strandbrüter zu stoppen und setzt sich für den besseren Schutz der Brutvögel ein. Seit 2016 werden auf den Inseln Föhr und Sylt die Strände zur Brutzeit intensiv kontrolliert und die Nest- und Koloniestandorte der Strandbrüter durch mobile Absperrungen geschützt. Die Strandbesucher werden dadurch rechtzeitig auf die brütenden Vögel aufmerksam gemacht und können das Gebiet umlaufen. So werden die Vögel weniger gestört und die Gelege vor dem Zertreten bewahrt. Zusätzlich untersucht die Schutzstation Wattenmeer den Schlupf- und Bruterfolg von Sandregenpfeifern auf Föhr mit Hilfe von Nestkameras und durch individuelle Farbberingung der Vögel. Die Ergebnisse sollen helfen, die Schutzmaßnahmen zu optimieren und langfristig den Bruterfolg zu steigern.

Was können Sie tun?

Achten Sie am Strand auf Vögel und nehmen Sie speziell im Frühjahr und Sommer besondere Rücksicht und halten Abstand zu allen Vögeln. Die Nester der Strandbrüter liegen meist etwas oberhalb des Spülsaums in der Nähe der Dünen. Wenn Sie immer nahe am Wasser bleiben, laufen Sie also nicht Gefahr, versehentlich ein Nest zu zertreten. Wenn Sie mit ihrem Hund an den Strand gehen wollen, führen Sie ihn bitte unbedingt an kurzer Leine. Unangeleinte Hunde stören die brütenden Vögel selbst aus großer Entfernung stark und auch bei gut erzogenen Hunden können herumlaufende Vogelküken den Jagdtrieb auslösen. An viele Strände dürfen Hunde aus Rücksicht auf Natur und andere Strandbesucher überhaupt nicht mitgenommen werden. Informieren Sie sich daher vorab über die ausgewiesenen Hundestrände.