Das Seegras

(Zostera spp.)

Was ist Seegras?

Eigentlich ist das Seegras kein Gras, sondern mit den Laichkräutern des Süßwassers verwandt. Trotzdem ist der Name sehr passend, denn bei Flut sind Seegraswiesen eine sonnendurchflutete Unterwasserwelt, die den Wiesen an Land in nichts nachsteht. Fische anstelle von Schmetterlingen huschen umher, das Seegras wogt mit den Wellen statt im Wind, und am Boden und auf den Blättern krabbeln kleine Krebse statt Ameisen umher.

Wo ist noch Seegras zu sehen?

Das Große Seegras kommt auf strömungsgeschützten Mischwattflächen vor, die 20-80 cm unter der Flutlinie liegen. Häufig wächst es zusammen mit dem Kleinen Seegras. In früheren Jahrhunderten gab es auch im tieferen Watt Seegraswiesen, die als Laichplatz großer Heringsschwärme wichtig waren. Diese bis zu einem Meter lange Unterwasserform des Großen Seegrases ist in den 1930er Jahren durch eine aus Nordamerika eingeschleppte Pilzinfektion vernichtet worden.

Wie lange ist noch Seegras zu sehen?

Die Seegraswiesen gehören im Wattenmeer und auch weltweit zu den stark bedrohten Lebensräumen. In Ufernähe fallen sie Eindeichungen und anderen Baumaßnahmen zum Opfer; im tieferen Wasser werden sie durch Schleppnetze zerstört oder sterben an Lichtmangel durch trübes Wasser oder wuchernde Algen. Die letzten großen Seegraswiesen des Wattenmeeres befinden sich in Nordfriesland.

Großes Seegras mittig, Kleines Seegras rechts im Bild