50 Jahre Schutzstation Wattenmeer

Das erste Jahrzehnt 1962 - 1972

04.11.2012

Erstes Schutzstation-Infozentrum im Biggerhus auf Hooge.

4.November 1962, eine Wohnung in Großhansdorf bei Hamburg. Neun junge Leute haben sich zusammengefunden, um einen Naturschutzverein aus der Taufe zu heben: Mit zwei Flaschen Rotwein, wie im Protokoll der Gründungsversammlung unter Punkt vier vermerkt, stoßen sie auf die neue Schutzstation Wattenmeer an.

In 50 Jahren entwickelt sich diese Einrichtung zu einer der wichtigsten an der Nordsee aktiven NGOs. 

Die jungen Wilden und das Watt

Naturbegeistert waren sie alle. Oetken, Schönfeldt, Hansberg, Heise und wie sie alle hießen. Und sie waren versierte Ornithologen. Sie waren gerne da, wo ihre Beobachtungsobjekte waren, im Wattenmeer. Magisch angezogen von der Hallig Norderoog, einer der ersten sogenannten „Vogelfreistätten“.

Und auf Norderoog war Uwe Dulz Vogelwart. Er brauchte einen guten Fotografen und so war der Hilfsvogelwart Gert Oetken „geboren“.

Nach Norderoog kam man damals am besten über Pellworm. Und Hooge war auch oft eine Zwischenetappe. An beiden Orten und eigentlich überall im nordfriesischen Wattenmeer erlebten die „Jungen Wilden“ des damaligen Naturschutzes nicht nur die unberührte Natur, sondern auch die stürmische Entwicklung des Tourismus. Die Kinder des Wirtschaftswunders wollten sich erholen und die Nordseeküste lag näher als Rimini.

Die Erfindung des pädagogischen Naturschutzes

Das war nun die „ökologische Nische“ für die jungen Naturschützer um Gert Oetken. Dieter Richter, der 1965 zum Verein stieß, nennt es den „pädagogischen Naturschutz“. Sozusagen die Verbindung von Schutzauftrag und pädagogischem Auftrag. Die wichtigsten Flächen im Naturraum sollten erhalten und mit der Bevölkerung gemeinsam entwickelt werden. Und die vielen Besucher Nordfrieslands sollten an die Hand genommen und zum Watt geführt werden.

Lesen Sie in unserer Zeitschrift "wattenmeer" (unten als pdf), wie es im ersten Schutten-Jahrzehnt mit den "Parias des Naturschutzes" weiterging. Prof.Hans-Peter Ziemek, Biologe, Altpraktikant und Schutten-Mitglied, erzählt die spannende Geschichte der Naturschutzvereinigung bis Anfang der 1970er Jahre.

 

Dateien:
wattenmeer2012-1.pdf2,42 Mi

Die ganze Hallig war auf den Beinen: Besuch von Prof.Bernhard Grzimek 1971 bei der Schutzstation Wattenmeer auf Hooge