Monitoring von Nestprädatoren

Detektivarbeit in den wichtigsten Brutgebieten des Wattenmeers

Die nordfriesischen Halligen gehören zu den besten Brutgebieten im Wattenmeer. Leider wird hier der Bruterfolg zunehmend durch standortfremde Nestprädatoren wie Fuchs, Marderhund oder Wanderratte bedroht. Mit diesem Projekt wollen wir die Vögel besser schützen.

Die Küstenvögel können in den Salzwiesen nur auf dem Boden brüten. Die Inseln und Halligen sind üblicherweise weitgehend frei von Bodenprädatoren und deshalb wahre Brutvogel-Hotspots. Leider gelangen über Dämme jedoch zunehmend Säuger wie Fuchs, Marder und Marderhund auf die Halligen. Auch Wanderratten nehmen dort stark im Bestand zu. Nester und Jungvögel sind ihnen weitgehend schutzlos ausgeliefert. Wir untersuchen in diesem Forschungsprojekt, wo welche Säuger welchen Schaden anrichten.

Was wird erfasst?

Seit dem Frühjahr 2021 überwachen wir alljährlich auf den Halligen Hooge, Langeneß und Oland mit Hilfe von Wildtierkameras eine möglichst große Zahl von Nestern. Hierfür stehen insgesamt mehr als 100 Kameras zur Verfügung, die in der Nähe der Nester aufgebaut werden und das Geschehen dort dokumentieren. Die Kameras werden durch Bewegung automatisch ausgelöst und können dank eines unsichtbaren Infrarotblitzes auch bei völliger Dunkelheit Bilder machen, ohne die brütenden Vögel zu stören.

Was sind die ersten Ergebnisse?

Im Frühjahr 2021 wurden an insgesamt 345 Nestern unterschiedlicher Arten über 100 Nestverluste durch Wanderratten dokumentiert. Insbesondere auf Hooge war der Druck durch Ratten enorm, so dass dort nur wenige Junge schlüpfen konnten. Auch auf Langeneß wurden etliche Nestverluste durch Wanderratten nachgewiesen. Auf Oland und Langeneß fanden sich Spuren von Fuchs und Marderhund. Auf Oland wurde auch ein Steinmarder nachgewiesen.

Was sind die Konsequenzen?

Ohne wirksame Gegenmaßnahmen gegen den Einfluss der Prädatoren drohen die wertvollen Bestände auf den Halligen mittelfristig zusammenzubrechen. Die Auswirkungen können für verschiedene Arten von Küstenvögeln verheerend sein, denn oft brüten bedeutende jeweils bedeutende Teile des gesamten Bestandes auf den Halligen. Die Schutzstation beteiligt sich daher intensiv an der Erarbeitung von Lösungskonzepten. Das Nestmonitoring mit Hilfe der Kameras soll in den nächsten Jahren fortgesetzt werden und liefert wichtige Grundlagendaten.

Das Projekt unterstützen

Für das Projekt arbeitet federführend unser Biologe Benjamin Gnep. Die Kosten für seine Anstellung können wir leider nur zu einem Teil mit Projektzuschüssen oder staatlichen Mitteln abdecken. Damit er sich auch in Zukunft in vollem Umfang um die Erfassung und den Schutz der Brutvögel kümmern kann, bitten wir um Unterstützung durch Spenden oder gern auch regelmäßig als Förderin oder Förderer. Bitte geben Sie „Brutvögel“ als Zweck an. Herzlichen Dank!

Partner und Unterstützer

Das Projekt "Prädationsmonitoring auf den Halligen" wird gefördert durch die Ernst-Commentz-Stiftung, die Deutsche Wildtier-Stiftung, die Ornithologische Arbeitsgemeinschaft für Schleswig Holstein und Hamburg e.V. sowie die Stiftung zum Schutze der bedrohten Tierwelt im Wattenmeer.

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