Paraffin

Paraffin ist ein langsam abbaubares Erdölprodukt und gelangt bei Schiffsreinigungen immer wieder illegal ins Meer. Angespültes Paraffin kann Giftstoffe enthalten und muss von den Stränden entfernt werden, wenn es in größeren Mengen anlandet. Sowohl die Verfolgung der Verursacher als auch die Untersuchung des angespülten Paraffins sollten verbessert werden.

Problematik und Brisanz

Paraffin wird in sehr verschiedenen Formen von millimetergroßen Krümeln bis zu kiloschweren Brocken und Platten angespült und kann sehr unterschiedliche Eigenschaften haben.

Weiße Paraffine sind gereinigter Rohstoff, entsprechen in der Konsistenz Kerzenwachs, und stammen aus der Reinigung von Transporttanks von Chemiefrachtern, die Paraffin befördert haben. Restmengen von den Tankwänden werden teils abgeschlagen, teils mit Heißwasser und mutmaßlich Reinigungszusätzen von den Tankwänden entfernt, um die Tanks für andere Ladungen zu reinigen. Gelblich-braune Paraffine stammen mutmaßlich aus den Rohrleitungssystemen von Schiffen und bilden sich als Niederschlag aus transportiertem Rohöl oder aus Schweröl-Treibstoff.

Paraffin wird teilweise z. B. von Möwen und Fischen als Nahrung betrachtet und gefressen/angepickt. Gesundheitsschäden hierdurch für die Vögel sind bisher nicht nachgewiesen. In der Sommersonne schmelzen Paraffinbrocken und fließen dann in die Vegetation und die Pflanzendecke. Die biologische Abbaudauer ist nicht untersucht, wird aber je nach Fleckgröße Monate bis Jahre betragen.

Paraffine können erhebliche Mengen verschiedenster giftiger Bestandteile enthalten. Die braunen Paraffine enthalten giftige Öl-Kohlenwasserstoffe, die erdgutschädigend und krebserregend wirken. Weiße Paraffine können gelegentlich Gifte verschiedenster Art enthalten, die sie von den Tankwänden des Chemiefrachters aufgenommen haben. Paraffin ist ein Teil der schleichenden Umweltvergiftung, dramatische akute Wirkungen sind bislang nicht bekannt. Nach jahrzehntelanger Ignoranz des Themas ist die Paraffin-Problematik mittlerweile anerkannt, muss aber weiter verfolgt werden.

Im Zeitraum 2014 – 2016 fand durch das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie eine systematische Beprobung von angespülten Paraffinen statt, die zur Aufklärung dieser Sachverhalte wesentlich beigetragen hat, aber auch noch viele Fragen offen gelassen hat

( www.bfr.bund.de/cm/343/verschmutzung-von-nord-und-ostsee-durch-paraffin.pdf ).

Forderungen der Schutzstation Wattenmeer

  • Die Erforschung der Herkunft und Giftigkeit angespülter Paraffine soll durch den Bund fortgesetzt werden.
  • Der Abbau von Paraffin in der Umwelt und die Wirkung auf Seevögel soll erforscht werden.
  • Die Rechtsgrundlage zur Ahndung von Paraffineinleitungen sollte verbessert werden.
  • Die Beseitigung von angespültem Paraffin sollte konsequenter und routinierter umgesetzt werden