Import von Austern

Die Nutzung von importierten Saatmuscheln ist keine zulässige Methode. Die Gefahr der eingebrachten Jungaustern ins Wattenmeer gleicht einem russischen Roulette. Die verwendeten importierten Austern bergen ein erhebliches Gefahrenpotential für das Ökosystem. Das Einbringen gebietsfremder Arten kann diverse Auswirkungen auf die Funktion und die ablaufenden Prozesse im Wattenmeer haben. Die Auswirkungen der Sammler können ebenso nachteilig für den Lebensraum sein, da sie aktiv in die Natur eingreifen.

Problematik und Brisanz

Das Nutzen der natürlichen Ressourcen an der Küste hat schon lange Tradition. Früher wurden Muscheln gesammelt oder mit Haken, einfachen Routen und Netzen Fische gefangen.

Da die Europäische Auster (Ostrea edulis) schon vor ca. 100 Jahren ausgestorben ist, suchte man nach einem vermarktbaren Ersatz. Diesen fand man mit der Pazifischen Auster (Crassostrea gigas) und führte diese zu Zuchtzwecken ins Wattenmeer ein. Doch schon bald fand man erste freilebende Exemplare der Pazifischen Austern auch auf den Wattflächen rund um Sylt. Mittlerweile haben sich die Austern erfolgreich im gesamten Wattenmeergebiet ausgebreitet und bilden mit der einheimischen Miesmuschel (Mytilus edulis), die dem Meeresboden aufliegenden Riffe.

Schon durch das heutige teilweise Massenhaft vorkommen der Pazifischen Auster im Nationalpark Wattenmeer, wird ein fehlerhaftes Management der Aquakultur deutlich. 
Das Nationalparkgesetz (NPG § 6 (3)2) beschreibt die Austernzucht vor Sylt (List, Blidselbucht) als zulässige Nutzung. Die auf Tischkulturen ausgebrachten Austern sollen durch das Nahrhafte Wasser der Nordsee wachsen. Die dazu importierten Jungaustern, stellen eine große Gefahr für das Wattenmeer da. Durch sie können Parasiten, Krankheiten oder weiter invasive Arten in das Ökosystem gebracht werden. Die Allgemeinverfügung vom NPG (27.9.2004) Artikel 2.c, besagt zwar dass, das importieren und verwenden von Jungaustern nur zulässig ist wenn „sichergestellt ist, dass keine Fremdarten sowie Parasiten und Krankheiten im Wattenmeer freigesetzt werden“.

Neben der gewerblichen Zucht der Austern, ist auch das Sammeln von Konsumaustern erlaubt. Die Oberste Fischerreibehörde und die Nationalparkverwaltung geben dazu eine Genehmigung aus. Ebenso dürfen Inhaber eines Angelscheins einen 10-Liter-Eimer pro Tag zum privaten Gebrauch sammeln. Durch das Sammeln der Austern auf Wattflächen kann es zur Störungen der Vögel kommen und zudem können die Vielzahl der assoziierten Organismen auf den Riffstrukturen Schaden nehmen.

Die Nutzung von importierten Saatmuscheln ist grundsätzlich keine zulässige Methode. Die Gefahr der eingebrachten Jungaustern ins Wattenmeer gleicht einem russischen Roulette. Die verwendeten importierten Austern bergen ein erhebliches Gefahrenpotential für das Ökosystem. Das Einbringen gebietsfremder Arten kann diverse Auswirkungen auf die Funktion und die ablaufenden Prozesse im Wattenmeer haben. Die Auswirkungen der Sammler können ebenso nachteilig für den Lebensraum sein, da sie aktiv in die Natur eingreifen.

Forderungen der Schutzstation

  • Keine Importe von Saataustern.
  • Stopp der derzeitigen Importe
  • Darstellung alternativer Möglichkeiten der Austernwirtschaft
  • Eine Umsetzung der Allgemeinverfügung über Ausnahmen vom NPG (27.9.2004) Artikel 2.c und somit keine Einbringung importierten Jungaustern ins Nordfriesische Wattenmeer.