Rastvogel-Monitoring

Wieviele? Wann? Wo?

Seit 1987 werden die Wat- und Wasservögel im Nationalpark Wattenmeer alle 15 Tage während des Springtiden-Hochwassers in definierten Küstenabschnitten, auf Inseln, Halligen, Außensänden und in Feuchtgebietskögen binnendeichs gezählt. Das Monitoring ist Teil des wattenmeerweiten "Trilateralen Monitoring- und Bewertungsprogrammes" (TMAP).

Wer zählt?

Die Rastvogelzählungen werden im Auftrag der Nationalparkverwaltung von der Schutzstation Wattenmeer im gesamten schleswig-holsteinischen Wattenmeer koordiniert. Über 50 Mitarbeiter aller im Wattenmeer tätigen Naturschutzverbände, vor allem FÖJ'ler und Zivildienstleistende, sowie 8 Ranger des Nationalparkservice sind dann bei jeder Zählung aktiv.

Ergebnisse?

Im Schleswig-Holsteinischen Wattenmeer wurden im Frühjahr und Herbst schon bis zu 1,2 Millionen Vögel gleichzeitig gezählt, in milden Wintern bis zu 600.000 Vögel, in sehr kalten Wintern dagegen nur 100.000 Vögel. Im Sommer (Juni-Juli) halten sich hier etwa 200.000 Vögel auf, vor allem die heimischen Brutvögel und übersommernde vorjährige Jungvögel der Kiebitzregenpfeifer, Knutts und Pfuhlschnepfen, während sich 90% der sonst im Wattenmeer rastenden Vögel in ihren Brutgebieten in den arktischen Tundren von Grönland bis Nordsibirien aufhalten.

Trends?

Bestandsrückgänge wurden vor allem bei vielen arktischen Brutvogelarten wie Ringelgans, Kiebitzregenpfeifer, Knutt, Alpenstrandläufer und Pfuhlschnepfe festgestellt.

Bestandszunahmen gab es bei den arktischen Arten nur bei der Nonnengans und bei Arten, die sich im Wattenmeer oder in Mitteleuropa als Brutvögel neu angesiedelt oder stark ausgebreitet haben wie Kormoran, Graugans, Höckerschwan, Löffler, Heringsmöwe und einigen anderen Arten. Die neu entstandenen Feuchtgebiete in den Kögen an der Küste wurden zunehmend neu besiedelt und als Rast- und Mausergewässer angenommen.