Auge in Auge mit Kegelrobbe und Schweinswal

Planung für neues Nationalpark-Infozentrum in Hörnum

16.12.2011

 

Das größte Nationalpark-Infozentrum der Schutzstation Wattenmeer soll in Hörnum auf Sylt neu entstehen. Zu einer ersten Planungsrunde trafen sich die am Projekt beteiligten Partner in der ehemaligen katholischen St. Josefskirche, die zugleich auch Ausstellungsort sein wird.

„In der direkten Nähe zu Schweinswalschutzgebiet, Seehundsbänken und Wurfplätzen der Kegelrobben bietet sich eine Nordseeausstellung geradezu an“, sagte die Sylter Stationsleiterin Kirsten Thiemann. „Die ‚Arche Wattenmeer’ wird Faszination und Verständnis für den Lebensraum wecken und dessen besondere Schutzwürdigkeit darstellen“, so die Biologin weiter. In der ehemaligen Kirche bestehe die einmalige Chance, die wachsende Nachfrage in Hörnum nach naturbezogenen Angeboten zu befriedigen.

In kleinen Gruppen diskutierten die geladenen Gäste der Tagung ihre Vorschläge mit den Ausstellungsplanern.
„Sylt hat eine einzigartige Naturlandschaft und viele Gäste. Die ‚Arche Wattenmeer’ muss für die Schönheit der Natur und ihren Schutz sensibilisieren“, sagte Hörnums Tourismuschef Carsten Holz. Er sieht das Vorhaben als besondere Bereicherung für seinen Ort und die ganze Insel.

Von Anfang in die Planungen eingebunden sind auch die Katholische Kirchengemeinde auf Sylt, die Nationalparkverwaltung, der Europäische Tier- und Naturschutz e.V. und das Erlebniszentrum Naturgewalten Sylt. Dessen Leiter Matthias Strasser hält das neue Infozentrum für „eine prima Idee“: „Die Besucher werden ein noch besseres und umfangreicheres Bild vom Sylter Naturraum erhalten können.“ Gemeinsam mit den anderen Beteiligten sei man daran interessiert, die Arche Wattenmeer mit dem Erlebniszentrum Naturgewalten zu zwei Seiten einer Medaille zu schmieden.

„Die Besucher werden Auge in Auge mit Kegelrobbe und Schweinswal auf eine Forschungsreise in die offene Nordsee mitgenommen“, stellte Thiemann erste Ausstellungsideen vor. Als Herzstück seien Aquarien mit Meeresbewohnern geplant, die zur „Arche Wattenmeer“ überleiten sollen. Auf einem großen Holzschiff sollen die Besucher die Schutzwürdigkeit und die Artenvielfalt der Meere entdecken können.

Richtig losgehen soll es dann im nächsten Jahr: „Im Frühjahr 2012 möchten wir mit den Bauarbeiten beginnen, wenn die letzten rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind“, berichtet Harald Förster, Geschäftsführer der Schutzstation Wattenmeer.

Prof. Hans-Peter Ziemek, der mit seinem Team der Universität Gießen die Ausstellungsplanung begleiten wird, war sehr erfreut über die vielen Vorschläge der Tagungsgäste und versprach: „Alle Beteiligten sollen sich in dem Projekt wiederfinden.“

Planungstreffen in der ehemaligen Hörnumer Kirche (von links: Harald Förster, Schutzstation Wattenmeer; Gert Meurs, Eckehard Bockwoldt, Nationalparkverwaltung)