Bruno-H.Schubert-Preis für Schutzstation

Frankfurt/Rendsburg

28.06.2002

Am 27.6.02 wurde die Naturschutzgesellschaft Schutzstation Wattenmeer e.V. aus Rendsburg in Schleswig-Holstein in der ehrwürdigen Paulskirche zu Frankfurt mit dem Bruno-H.Schubert-Preis 2002 in der Kategorie 3 ausgezeichnet. Der mit 7.500 Euro dotierte Preis wurde vom  82-jährigen Frankfurter Mäzen und Ehrenbürger der Stadt, Herrn Generalkonsul Bruno-H. Schubert überreicht.

Die Naturschutzgesellschaft wird damit vor allem für ihre naturkundliche Bildungsarbeit mit jungen Menschen, ihre nachhaltige praktische Naturschutzarbeit und das Heranführen von Jugendlichen an die wissenschaftliche Umweltbeobachtung geehrt.

Bereits seit der Gründung des gemeinnützigen Verbandes im Jahre 1963 hat die praktische Umweltarbeit und Umweltbildung mit jungen Menschen den höchsten Stellenwert in der Schutzstation Wattenmeer. Rund hundert Plätze sind im Netzwerk der 20 Schutzstationen entlang der schleswig-holsteinischen Nordseeküste für PraktikantInnen und Zivildienstleistenden reserviert. Das Durchschnittsalter der MitarbeiterInnen liegt bei 21 Jahren. Bereits etliche tausend junge Erwachsene sind in den vergangenen Jahrzehnten über ihre Mitarbeit bei der Schutzstation Wattenmeer zu engagierten Kennern und Mitstreitern des Wattenmeer- und Naturschutzes ausgebildet worden.

Die jugendlichen Mitarbeiter lernen vor allem, als Multiplikatoren für den Meeresschutz zu wirken. Besonders effektiv gelingt es ihnen, die vielen Kinder-und Jugendgruppen, die jährlich die  Küste besuchen,  für einen rücksichtsvollen Umgang mit diesem einmaligen Lebensraum zu sensibilisieren und sie im Idealfall zu motivieren, sich auch zu Hause für den Schutz der Natur zu engagieren. Bei rund 6000 Veranstaltungen und einer großen Vielfalt von Angeboten erreicht die Schutzstation rund 300 000 Menschen pro Jahr mit ihrer Botschaft: Mit uns aktiv für das Wattenmeer!

Um glaubwürdig zu sein und zu wissen, worüber man spricht, werden die jungen Nationalparkbetreuer vom Verband an wissenschaftliche Tätigkeiten im Watt herangeführt. So lernen die PraktikantInnen, im Rahmen von "Monitoring Programmen", selbständig biologische Felddaten zu erfassen.  Regelmäßig führen sie Zählungen der Brut- und Zugvögel des Wattenmeeres durch. Auch Robben, Wale, Tiere und Pflanzen des Wattbodens sind Ziel von wissenschaftlichen Kartierungen.

Die Gebietsbetreuung durch Besucherlenkung und Sicherung von Rast- und Schutzgebieten mit Schildern, Zäunen oder guten Worten gehören rund um´s Jahr zum Routineprogramm der Mitarbeiter.

Der 1983 gegründete Bruno H.Schubert-Preis wird jährlich in 3 Kategorien verliehen und soll der Förderung der Wissenschaften und deren praktischer Umsetzung in Erkenntnis und Abwehr von Bedrohungen für Natur, Tier und Umwelt dienen. Mit einem Gesamtvolumen von 100 000 € (30 000 € in Kat.3) gilt er als größter und bedeutendster privater Umweltpreis Deutschlands. Hauptpreisträger in der Kategorie 1 "Persönlichkeiten" ist dieses Jahr der Direktor des UN-Umweltprogrammes und ehemaliger Bundesumweltminster Prof.Dr.Klaus Töpfer.