Die Robben und das Sommerloch

Schutzstation Wattenmeer lehnt Robbenjagd im Wattenmeer entschieden ab.

24.07.2012

Aus Dänemark werden Forderungen erhoben, die Robbenjagd im Wattenmeer zu eröffnen. Diese Äußerungen, der sich auch deutsche Verbände angeschlossen haben, sind nach Ansicht der Schutzstation Wattenmeer ein absurdes Sommertheater:

„Wir können stolz darauf sein, dass wir im Nationalpark Wattenmeer wieder einen nennenswerten Seehundbestand haben“, sagt Biologin Silvia Gaus von der Schutzstation Wattenmeer.  In den 1970er Jahren waren diese Robben im Wattenmeer gerade durch die bis dahin betriebene Jagd sehr rar geworden und es dauerte lange, bis sich die Bestände davon erholen konnten. Auch die Seuche in den 1980er Jahren sei kein Anzeichen für eine Überbevölkerung der Robben gewesen. „Die Staupe-Epidemie hätte auch bei einer sehr viel geringeren Seehundzahl zu einem Massensterben geführt“, so die Meeressäuger-Expertin.

Geradezu grotesk werde es, wenn die Seehunde zusammen mit der deutschen Kegelrobbenkolonie zu einer Gefahr für die Eiderenten erklärt würden. „Der Rückgang der Eiderentenbestände ist eher durch Nahrungsmangel und die letzten strengen Winter zu erklären. Die Kegelrobben haben damit nichts zu tun“, sagt Gaus. Es sei vielmehr ein großer Erfolg, dass sich die Kegelrobben wieder bei uns angesiedelt hätten. Sie waren im Wattenmeer die häufigsten Meeressäuger, bis sie höchstwahrscheinlich durch die Jagd ausgerottet wurden.

Im übrigen sei die Diskussion völlig überflüssig: „Die Jagd auf Meeressäuger ist mit dem Charakter eines Nationalparks unvereinbar und deshalb zu recht im Wattenmeer verboten“, stellt Gaus fest.