Ein Geschenk für Natur und Mensch - Danke Nationalpark

1.Oktober: 15 Jahre Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer

03.10.2000

"Fünfzehn Jahre "Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer" sind ein Grund zur Freude für das Erreichte auf dem langen Weg zu einem effektiven und zeitgemäßen Naturschutz für eines der schönsten Naturgebiete Deutschlands", so Gert Oetken, der Vorsitzer der Schutzstation Wattenmeer zum Feiertag des größten deutschen Nationalparkes, für dessen Lebensraumsicherung sich die private Naturschutzgesellschaft bereits seit 1962 engagiert.

Durch die Schaffung des Nationalparkes sind viele Naturschutzziele erreicht worden, so beispielsweise:

    * der Stopp großflächiger Eindeichungen zur Landgewinnung - damit mehr natürliche Wildnis
    * die Einstellung der Jagd im Nationalpark, damit mehr Ruhe und eine weniger scheue Tierwelt
    * die Extensivierung der Beweidung von Salzwiesen-mehr blühende Naturwiesen mit Insekten
    * die Beruhigung ökologisch besonders sensibler Gebiete im Nationalpark - dadurch mehr Brut- Rast- und Setzerfolg bei Tieren
    * eine ökologisch sinnvolle Erweiterung und Strukturierung des Nationalparkgebietes - dadurch mehr Schutz für Kleinwale und Hochseevögel,
    * eine Befahrensregelung für Schiffe und Mindestflughöhe für Flugzeuge - dadurch weniger Störungen im Watt
    * die Notwendigkeit von Umweltverträglichkeitsprüfungen bei Eingriffsplanungen-dadurch mehr vorsorglichen Naturschutz
    * die intensive Erforschung der ökologischen Zusammenhänge im Wattenmeer, sowie die Ein richtung der Nationalpark Service gGmbH zur verbesserten Informations- und Bildungsarbeit-dadurch mehr sinnvolles Handeln und besseres Verstehen.



Dennoch sind auch nach 15 jährigem Bestehen des Nationalparkes wichtige Problemfelder ungelöst. Dazu zählen:


# - die Einstellung militärischer Aktivitäten im Wattenmeer die Rohölförderung von einer Förderplattform im Nationalpark,
# die Einführung neuer Nutzungen wie der z.B. der Trogmuschelfischerei,
# die Naturverträglichkeit der Küsten- und Miesmuschelfischerei,
# die Einrichtung ökologisch sinnvoller "Referenzgebiete" ohne Nutzung in mindestens einem kompletten Wattstromgebiet (Lister Tief)
# die Einführung einer Nationalparkwacht auf See, zum Beispiel im Rahmen einer reformierten Küstenwache.

"Die langjährigen Bemühungen und Erfolge um den Nationalpark Wattenmeer nutzen freilich wenig, wenn die Küstensicherheit gegenüber Ölunfall- und anderen Katastrophen nicht endlich dauerhaft verbessert werden", sagte Gert Oetken mit Blick auf die Umstände der Pallas-Öl-Havarie.

"Für die neuen seeseitigen Bereiche des Nationalparkes, wie zum Beispiel das Walschutzgebiet vor Sylt und Amrum, fehlt vor allem noch eine wirksame Befahrensregelung und nähere Schutzbestimmungen."

"Die Schutzstation Wattenmeer will auch in Zukunft als ein starker, konstruktiv - kritischer Partner des amtlichen Naturschutzes agieren. Uns geht es darum, einen "Nationalpark für Natur und Mensch" mit weiterzuentwickeln", so Oetken. "Über das Netzwerk unserer Zentren und Stationen werden wir uns auch weiterhin bemühen, eine breite Öffentlichkeit für die engagierte Unterstützung zum Schutze des Lebensraumes Wattenmeer zu gewinnen."