Erste Kegelrobbengeburt dieses Winters auf Amrum

Naturschutzverbände bitten um Rücksichtnahme

14.12.2016

Am 09.12.16 haben Mitarbeiter des Öömrang Ferian das erste Kegelrobben-Baby dieses Winters am Amrumer Strand gesichtet. Seine dicke Speckschicht schützt das Jungtier, das noch sein weißes Embryonalfell trägt, sehr gut vor der Winterkälte. Erst seit wenigen Jahren bringen die großen Meeressäuger auf dieser Nordseeinsel ihre Jungen zur Welt. Zuvor waren die der vor Sylt und Amrum gelegenen Außensände, hauptsächlich der Jungnamensand, die einzigen Wurfplätze außerhalb Helgolands im schleswig-holsteinischen Nordseegebiet. Von dort gelangten die Robbenbabies nur bei einer Überflutung der flachen Sandbänke an die Strände der benachbarten Nordseeinseln.

Öömrang Ferian, Verein Jordsand und Schutzstation Wattenmeer kümmern sich gemeinsam um den Kegelrobbenschutz auf Amrum. „Wir errichten flexible Ruhezonen, wenn wir junge Kegelrobbenbabies am Strand finden", sagt Biologin Katharina Weinberg von der Schutzstation Wattenmeer. In einem Bereich von bis zu 100 Metern leiten die Mitarbeiter der Naturschutzverbände die Spaziergänger um die Tiere herum und informieren über die Meeressäuger.

Junge Robben werden oft von ihren Müttern allein am Strand zurückgelassen, die sich für längere Zeit zur Nahrungssuche ins Wasser begeben haben. Die Babies mögen zwar einen verlassenen Eindruck machen, werden aber in der Regel alle sieben bis acht Stunden von ihren Müttern gesäugt.

Die Naturschutzvereine appellieren an alle Strandbesucher, von den Robbenbabies und ihren Müttern genügend Abstand zu halten. Auch wenn sie niedlich aussehen würden, handele es sich um wehrhafte Wildtiere. Zusätzlich bedeute jede Annäherung einen großen Stress für die Robbenbabies in dieser schwierigen Lebensphase.

 

Neugeborene Kegelrobbe mit ihrer Mutter, Copyright: Christian Vogel, Öömrang Ferian