Im Winter Sicherheit im Watt beachten!

Nebel, Hochwasser und Kälte können lebensgefährlich werden.

02.12.2016

Blauer Himmel, an dem urplötzlich Seenebel aufzieht. Wasserstände einen Meter über Normal. Wassertemperaturen nur wenig über Null Grad. Das kühle, wechselhafte Wetter kann für Besucher im Weltnaturerbe Wattenmeer zurzeit durchaus gefährlich werden.

In den letzten Tagen mussten Rettungskräfte mehrfach insbesondere auf den weiten Stränden vor St. Peter-Ording bei Nebel verirrte Wanderer aus Lebensgefahr retten. Auch auf dem Amrumer Kniepsand kann man bei schlechter Sicht schnell die Orientierung verlieren. Wege zur Hamburger Hallig oder zum Leuchtturm Westerhever werden schon bei Wasserständen um einen halben Meter über Normal überspült, so dass dann der Rückweg zum sicheren Festland versperrt ist.

Die Schutzstation Wattenmeer weist daher darauf hin, dass man auch an schönen Tagen nur dort wandert, wo man sich genau auskennt. Rainer Schulz, Stationsleiter am Leuchtturm Westerhever, hierzu: „Viele Menschen erkennen nicht die Gefahren, die Wetter und Gezeiten mit sich bringen können. Auch bei ruhigem Wetter kann bei und die Flut um mehr als eine Zentimeter pro Minute steigen. Kleine Rinnsale können in kürzester Zeit zu reißenden Prielen werden und den Rückweg blockieren. Muss man durch tiefes Wasser waten, kann man bei winterlichen Temperaturen gefährlich auskühlen. Ohne Kompass und genaue Kenntnis der Örtlichkeit und der Gezeiten sollte man daher nicht auf Watt und Sandbänke hinausgehen.“


Wer auch ohne diese Ausrüstung und Kenntnisse die Natur im Nationalpark Wattenmeer gefahrlos erleben will, kann an Wattführungen, vogelkundlichen Wanderungen und anderen Veranstaltungen teilnehmen, die auch im Winter angeboten werden.

Zum Veranstaltungskalender

Video zu Strömung in Priel

Video zu fehlerhaftem Umgang mit dem Kompass

Artikel "Hilferufe aus dem Wattenmeer", shz, 1.12.2016

 

 

 

 

 

 

 

Bei Seenebel kann man oft kaum 100 Meter weit sehen. In diesem Bild beträgt der Abstand zwischen den Personen jeweils etwa 30 Meter.

Seenebel kann auch bei zuvor völlig klarem Himmel auftreten. Innerhalb von Minuten ist alles "dicht".

Auch ohne Nebel oder Sturm unterschätzen Besucher das Wattenmeer. Hier hatten Wanderer bei ruhigem Sonnenwetter nicht bemerkt, wie ihnen die Flut den Rückweg von einer Sandbank abschnitt. Bei Temperaturen um Null Grad mussten sie aus Schuhen und Hosen heraus und waten.