Insel Sylt: Angeschwemmter Kadaver war ein Zwergwal

Tier ist wahrscheinlich Kollisionsopfer

03.12.2013

Am 28.11.13 hatten Mitarbeiter der Schutzstation Wattenmeer vor Hörnum einen fünf Meter langen angeschwemmten toten Wal gefunden, dessen Artzugehörigkeit zunächst unklar blieb.

„Bei unserer Untersuchung des stark verwesten Kadavers konnten wir das Tier nun als jungen Zwergwal identifizieren“, sagt Biologe Rainer Borcherding. Ausgewachsene Zwergwale könnten eine Länge bis zu zehn Metern erreichen. Sie sind die kleinsten Vertreter der Furchenwale, zu den auch die größten lebenden Tiere der Welt, die Blauwale gehören.

„Der zertrümmerte Schädel des Tieres deutet daraufhin, dass er durch den Zusammenstoß mit einem Schiff gestorben ist“, so Borcherding weiter. Strandungen von Zwergwalen kommen im Wattenmeer regelmäßig vor. Nach Auskunft des niederländischen Walforschers Gerbrand Gaaff vom Forschungsinstitut Ecomare handelt es sich bei meisten dieser Tiere, die an unsere Küsten gespült werden, um Kollisionsopfer.

„Durch die zunehmende wirtschaftliche Erschließung benachbarter Meeresregionen können verstärkt Zwergwale dem Zusammenstoß mit Schiffen zum Opfer fallen“, befürchtet Borcherding. So plant Dänemark im biologisch wichtigen und für seinen Fischreichtum bekannten Doggerbank-Gebiet eine Ausweitung der Öl- und Gasförderung. Die Schutzstation Wattenmeer hatte gemeinsam mit anderen Umweltschutzverbänden das Vorhaben der dänischen Regierung kritisiert und einen besseren Schutz dieses auch für den Schweinswal wichtigen Gebietes gefordert.

Zwergwal (Balaenoptera acutorostrata) Foto: NOOA