Internationaler Aktionsplan zur Rettung von Brutvögeln im Wattenmeer

Nicht genug Nachwuchs bei Austernfischer, Säbelschnäbler und Co

12.05.2016

Den Brutvögeln im Wattenmeer geht es nicht gut. Immer mehr Arten weisen Bestandsrückgänge auf. Das zeigen die Trends von mehr als 20 Jahren trilateraler Brutvogelzählungen im Wattenmeer Dänemarks, Deutschlands und der Niederlanden auf. Bei vielen Vogelarten ist der Rückgang eine Folge ihres schlechten Bruterfolges. Dieser wird entscheidend durch vermehrte Überflutungen der Brutgebiete, Nesträuber, schlechte Nahrungsbedingungen, ungünstigen Zustand der Habitate, und Störungen verschiedener Art beeinträchtigt. Klimaveränderung und Meereserwärmung tragen wohl ebenfalls dazu bei. Um dieser Entwicklung entgegenzutreten, veröffentlichte das Gemeinsame Wattenmeersekretariat in Wilhelmshaven einen internationalen Aktionsplan für das gesamte Wattenmeer. Darin finden sich zahlreiche Empfehlungen zur Verbesserung der Brutbedingungen im Wattenmeer, um die Aufzucht der Jungen und damit die Zukunft vieler Vogelarten zu sichern.
 
Die prekäre Situation der Brutvögel wird schon seit Jahren in den Analysen ihrer Zähldaten im Rahmen des trilateralen Wattenmeer Überwachungsprogramms (TMAP) von der trilateralen Expertengruppe für Brutvögel aufgezeigt. Neu hinzugekommen sind die Ergebnisse aus einem Projekt, das direkt den Bruterfolg der Vögel überwacht. Diese neue Erkenntnisse zeigen das viele Vogelarten, wie zum Beispiel der Austernfischer, der Säbelschnäbler, der Lachmöwe und der Küstenseeschwalbe derzeit nicht genügend Nachwuchs aufziehen, um ihre Population im Wattenmeer zu sichern.

Der Aktionsplan soll die internationale Zusammenarbeit der Gebietsbetreuer im Wattenmeer fördern und Brutpopulationen helfen, natürliche Phänomene wie Überflutungen besser zu überstehen. Im Fokus stehen Maßnahmen zur

  • Schaffung von optimalen und störungsfreien Brutumgebungen in Salzwiesen, Küstengrünländern und Dünenlandschaften. Die Erstellung neuer Brutgebiete soll nur dort geplant werden wo auch gute Nahrungsbedingungen vorhanden sind.
  • Wiederherstellung von küstennahen Wiesen mit extensiver Nutzung auf Inseln und Festland, und einer Einsetzung einer für Wiesenvögel freundlicheren Landwirtschaft.
  • Brutgebiete weniger attraktiv für Raubsäuger gestalten und Füchse, Marder, Igel und andere Nesträuber so gut wie möglich von den Brutgebieten fernhalten. Die Inseln im Wattenmeer sollen so weit wie möglich von eingeschleppten Räubern freigehalten werden und ihren Zustand mit weniger Räubern als auf dem Festland behalten.

Artikel "Brutvögel in Gefahr" aus der Zeitschrift "wattenmeer" Heft 2016-2

Den Aktionsplan (engl.) finden Sie hier

 

 

Egal ob flächig verteilt brütende Arten, wie Austernfischer,...

... oder Koloniebrüter, wie die Lachmöwe,...

... Überflutungen der Brutgebiete, Nesträuber, ungünstige Habitate bedrohen den Fortbestand zahlreicher Arten, wie auch des Säbelschnäblers