Jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement

Schutzstation Wattenmeer erhält Bürgerpreis 2012

12.01.2012

 

Die Stadt Rendsburg hat der Schutzstation Wattenmeer im Rahmen des traditionellen Neujahrempfangs den Bürgerpreis 2012 verliehen und den Einsatz des Vereins für den Erhalt des einmaligen Lebensraumes an der Nordseeküste Schleswig-Holsteins gewürdigt.

Bürgermeister Andreas Breitner hob in seiner Laudatio besonders die Leistung des Vereinsgründers und jetzigen Ehrenvorsitzers hervor: „Fast ein halbes Jahrhundert setzt sich Gert Oetken ehrenamtlich für den Naturschutz ein. Bereits in den 1960er Jahren hat der langjährige Vorsitzer zusammen mit seinen Mitstreitern ein erstes Schutzkonzept für die nordfriesische Wattenmeerregion entwickelt. Sie erkannten, dass es nicht genügt, nur kleine Vogelbrutgebiete intensiv zu betreuen, um die Gefährdung des Ökosystems Wattenmeer zu stoppen.“
 
In den Anfangsjahren noch in den Räumen der Rendsburger Zahnarztpraxis von Oetken angesiedelt, hat sich der Verein zu einer landesweit tätigen Naturschutzorganisation entwickelt. In 20 Stationen betreuen jährlich bis zu 100 Freiwillige, Ehren- und Hauptamtliche große Flächen des Nationalparks und informieren an die 300.000 Menschen.

„Gert Oetken hat immer wieder wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der Naturschutzarbeit geliefert“, so der Rendsburger Bürgermeister weiter. So richte sich die Bildungsarbeit der Schutzstation an den Leitlinien einer Bildung für nachhaltige Entwicklung aus. Die drei Seminarhäuser des Vereins seien vom Land Schleswig-Holstein als Bildungspartner für Nachhaltigkeit zertifiziert.

Oetken sah durch den Preis vor allem den Einsatz des Vereins für den Erhalt der Naturlandschaft an der Nordseeküste gewürdigt, der in Auszeichnung des Wattenmeeres als Weltnaturerbe gipfelte. Vorsitzer Johann Waller, der gemeinsam mit Oetken den Bürgerpreis entgegennahm, wies auf die Bedeutung der Schutzstation für die Ausbildung junger Menschen hin: „Viele jugendliche Freiwillige sind seit den 1970er Jahren bei uns gewesen. Für sie war diese Zeit ein sehr prägender Lebensabschnitt“, so der Vereinsvorsitzer, der selber seinen Zivildienst auf Hallig Hooge absolvierte.

Der Rendsburger Bürgerpreis wird seit 2006 jährlich an Verbände, Institutionen und Initiativen verliehen, die sich in den Bereichen Kultur, Soziales oder Umweltschutz engagiert und einen herausragenden Gemeinsinn bewiesen haben. Voraussetzung für die Verleihung ist nach den Richtlinien der Stadt ein „großer persönlicher Einsatz, der unter Zurückstellung eigener Interessen zur Förderung wichtiger gesellschaftlicher Belange ausgeübt wird.“  

Ehrenvorsitzer Gert Oetken Foto:Paul Wagner