Jamaika-Koalition: Naturschützer fordern Umweltminister Habeck auf, zu Kite-Kompromiss zu stehen

Mühsam errungenen Minimalkonsens nicht leichtfertig aufs Spiel setzen

15.06.2017

Zeitungsberichten nach wurde bei den Kieler Koalitionsgesprächen auf Drängen der FDP vereinbart, die von den drei Küsten-Bundesländern beschlossene Änderung der Nordsee-Befahrensverordnung auszusetzen und bezüglich des Kitens im Nationalpark Wattenmeer neu aufzurollen.

„Wir fordern Umweltminister Habeck auf, zum mühsam errungenen Kompromiss um das Kitesurfen an unserer Küste zu stehen und diesen nicht leichtfertig aufs Spiel zu setzen“, sagt Katharina Weinberg vom Umweltverband Schutzstation Wattenmeer.

Mit der Änderung der Befahrensverordnung sei aus Naturschutzsicht im letzten Jahr ein Minimalkonsens erreicht worden, hinter den man nicht zurückfallen dürfe, zumal den Interessen der Kiter bei den zahlreichen lokalen Verhandlungsrunden sehr entgegengekommen worden sei.

„Auch nach der Novellierung ist das Kiten an den meisten Nordseestränden möglich, auch in Gebieten, wo es aus Vogelschutzgründen zumindest diskussionswürdig ist“, so die Naturschutzreferentin weiter.

Ein einzelner Kiter könne mit seinem Gerät in Minuten Tausende Vögel aus einem kilometerlangen Abschnitt des Nationalparks vertreiben. Deshalb dürfe diese Sportart in einem Weltnaturerbe und Nationalpark mit Rücksicht auf die einmalige Tierwelt nun einmal nicht in ungelenkten Bahnen ausgeübt werden.  

„Durch das Kiten in vorgegebenen, unproblematischen Gebieten erhalten sensible Vogelarten ausreichende Ruhezonen und zugleich können viele Menschen die Natur und ihre Kräfte mit Drachen und Board erleben“, sagt Weinberg.
 
„Falls der Kite-Kompromiss kippt, werden die Naturschutzverbände für die Interessen der Vogelwelt im Weltnaturerbe kämpfen“, kündigt sie an. So weitgehende Zugeständnisse an die Kitelobby wie bisher seien dann nicht mehr zu erwarten.

 

Die Position der Schutzstation Wattenmeer zum Kiten im Wattenmeer