Jungvögel frieren im Mai

Störungen an Brutgebieten vermeiden!

17.05.2016

Bei der Brutvogelkartierung erfassen unsere Freiwilligenteams nicht nur Austernfischer oder Küstenseeschwalben, die zurzeit ihre ersten Eier legen. Bei manchen Sandregenpfeifern konnten sie bereits die ersten Jungvögel beobachten. Da sowohl die Gelege als auch die Küken bei den zurzeit außergewöhnlich niedrigen Temperaturen sehr schnell auskühlen, bittet die Schutzstation Wattenmeer Wanderer, in den Salzwiesen und Dünen auf den Wegen zu bleiben und an den Stränden die mit gelben Schildern gekennzeichneten Brutgebiete nicht zu betreten. Denn insbesondere die kaum 10 Gramm schweren Küken der Regenpfeifer können bei Störungen jetzt leicht erfrieren.

Bei der Brutvogelkartierung werden zur Vermeidung von Störungen keine Nester gesucht, sondern nur "Revierpaare" mit typischem Verhalten erfasst. Hierzu zählen die Balzflüge von Rotschenkeln oder Regenpfeifern ebenso wie Austernfischer, die ihre Reviere gegen Artgenossen oder überfliegenden Möwen verteidigen. An besonders kalten oder regnerischen Tagen fallen die Zählungen ganz aus und werden bei besserem Wetter nachgeholt.

Wer in frei zugänglichen Strandbereichen brütende Regenpfeifer oder Seeschwalben entdeckt, kann diese gern bei den jeweiligen Schutzstationen vor Ort melden. Ggfs. versuchen wir dann diese Nester mit einigen Schildern vor Störungen zu schützen. Die Adressen der Teams sind über die Stationsseite zu finden.

 

 

 

Bereits seit Mitte April brüten an den Stränden die Sandregenpfeifer. Hier sitzt ein Altvogel direkt hinter einem gelben Schutzgebietsschild am Strand von Föhr.

In den letzten Tagen sind hier die ersten, knapp 10 Gramm schweren, Küken geschlüpft. Als Nestflüchter können sie bereits am ersten Tag auf die Suche nach Nahrung gehen.

Vergleichsweise dick angezogen - das Föhrer Freiwilligenteam mit Benjamin Gnep, Lily Helmbold und Vera Kreutle erfasst auch Schutzgebiete im Binnenland der Insel.

Jeder beobachtete Vogel wird in eine Gebietskarte eingetragen.

Die Eier, wie hier beim Austernfischer, werden oft nur in eine einfache Kuhle im Sand gelegt.

Hier hat eine Küstenseeschwalbe ein kaum erkennbares "Nest" gebaut. Diese Gelegefotos entstanden jetzt zufällig auf der Sandbank vor Westerhever bzw. an einem Weg durch die Salzwiese.