Keine neuen Bohrtürme im Nationalpark Wattenmeer

Schutzstation Wattenmeer fordert Verzicht auf Öl- und Gassuche in Nordfriesland

07.03.2008

Auf seiner Sitzung am 07.03.08 hat der nordfriesische Kreistag einstimmig eine neue Öl- und Gassuche von RWE/Dea abgelehnt. "Die Pläne des Energiekonzerns sind für eine Tourismus- und Naturregion wie Nordfriesland einfach widersinnig", sagt Biologe Rainer Borcherding, Naturschutzexperte der Schutzstation Wattenmeer. "Mitten im Herzen des Nationalparks und auch auf den Flächen von Inseln und Halligen könnten in Zukunft die Bohranlagen stehen."

 

"Wir fordern RWE/Dea auf, dem Beispiel anderer Energiekonzerne zu folgen und auf jegliche Rohstoffförderung in Großschutzgebieten zu verzichten", so Borcherding weiter.

 

Der Energiekonzern plant einen "Antrag auf Aufsuchung": Was im Behördendeutsch nach einer Stippvisite klingt, ist in Wahrheit die großflächige Suche nach Bodenschätzen. Auf einer Fläche, die dreimal so groß wie die des Stadtstaates Hamburg ist, will Dea im nordfriesischen Teil des Nationalparks nach Öl bohren.

 

"Mit einer solchen Genehmigung hätte der Energiekonzern einen Fuß in der Tür und es wäre schwer, wenn er mit der Suche nach Öl erfolgreich ist, eine mögliche Förderung zu untersagen", erläutert der Biologe. "Falls tatsächlich ein Antrag von Dea eingereicht wird, wird die Schutzstation Wattenmeer gemeinsam mit den anderen Naturschutzverbänden alles unternehmen, damit es keine neue Ölförderung in unserer Heimat gibt. Bohrtürme im Nationalpark, das ist wie Feuer und Wasser; das verträgt sich einfach nicht miteinander."