Keine Probebohrungen im Nationalpark Wattenmeer

Das Öl kann und muss in einem Nationalpark und Weltnaturerbe im Boden bleiben

03.11.2016

Eine Ölinsel reicht DEA im Nationalpark nicht. An drei weiteren Stellen will die Firma vor Friedrichskoog im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer nach Öl suchen. Beantragt hat das mittlerweile einem russischen Eigentümer gehörende Unternehmen die Explorationsbohrungen im Jahr 2011, weitere Unterlagen wurden 2014 nachgeliefert. Eine endgültige Entscheidung der Landesregierung steht noch aus.

„Jede Bohrung mitten im Nationalpark Wattenmeer ist ein unvertretbares Sicherheitsrisiko“, sagt Katharina Weinberg, Naturschutzexpertin der Schutzstation Wattenmeer. Es bestehe die Gefahr von Unfällen in diesem sensiblen Ökosystem und die Natur werde durch die Aktivitäten empfindlich gestört. Die geplanten Bohrungen liegen innerhalb der Zone 1 des Nationalparks, also einem sonst besonders streng geschützten Areal.

Die Piratenfraktion im Landtag hat eine Initiative gestartet, Erkundungsbohrungen durch eine Ergänzung des Nationalparkgesetzes zu verbieten. Die Schutzstation Wattenmeer begrüßt die angeregte Klarstellung. Nach einem Gutachten des wissenschaftlichen Dienstes des Landtages sind solche Bohrungen nach den bestehenden Regelungen nicht zulässig. Eine Konkretisierung des Nationalparkgesetzes würde aber zusätzliche Rechtssicherheit schaffen.

Auf der Plattform Mittelplate fördert DEA bereits seit 1987 Öl mitten im Nationalpark. Das vermutete Vorkommen an den Bohrstellen Caprock Nord, Caprock Süd, Mittelplate Süd und Westertill in Niedersachsen reicht nur für wenige Monate aus, den gesamten deutschen Bedarf zu decken, dann wäre es verbraucht.

„Wir fordern das Land Schleswig-Holstein auf, die Explorationsbohrungen abschließend zu untersagen“, sagt Weinberg. Das Öl könne und müsse in einem Nationalpark und Weltnaturerbe im Boden bleiben.

Weitere Infos zur Ölförderung im Wattenmeer

DEA Ölinsel Mittelplate