Nachwuchs bei den Seehunden

Zahlreiche Jungtiere im Nationalpark

09.06.2018

Anfang Juni werden die meisten Seehunde im Weltnaturerbe Wattenmeer geboren. Vorgestern lagen viele Weibchen bereits mit ihren Jungen auf den Sandbänken. Dazwischen immer wieder Mantel- oder Silbermöwen aufmerksam abwartend. Sind diese eine Gefahr für die Kleinen? Eher nicht. Sie warten aber bei frisch geborenen Seehunden auf die Reste von Fruchtblase und Plazenta.
Doch die Seehundmütter gönnen ihren Jungen noch soviel Ruhe wie möglich. Bei steigender Flut robben sie gar nicht ins Wasser, sondern warten, bis sie das Wasser umspült und schließlich anhebt. Das schont die frische Nabelwunde der Kleinen.

Mehr über Seehunde und andere Meeressäuger im Weltnaturerbe erfährt man z. B. täglich bei den Fahrten mit MS ADLER VI ab Hörnum, die von den Freiwilligen der Schutzstation Wattenmeer begleitet werden oder bei Meeressäuger-Vorträgen verschiedener Stationen. Die Termine stehen hier im Veranstaltungskalender.

Beobachtungen von Seehunden kann man auch im Strandfunde-Internetportal BeachExplorer.org melden und so für wissenschaftliche Auswertungen nutzbar machen. Hier geht es direkt zur Seehundseite.

Liegen junge Seehunde allein am Strand, bitte Abstand halten und die nächste Schutzstation informieren. Das Freiwilligen-Team richtet ggfs. eine "Flexible Schutzzone" ein und informiert die Seehundbetreuer des Landes. Die Adressen und Telefonnummern der Stationen stehen hier.

Gut die Hälfte der Seehundweibchen liegen jetzt schon mit ihren Jungen auf den Sandbänken.

Worauf wartet hier die Mantelmöwe?

Ein anderer Blickwinkel zeigt es: Dieses Junge ist gerade erst zur Welt gekommen. Nass glänzt noch sein Fell, während seine Mutter ganz trocken ist. Blutspuren an ihren Flanken und an ihrer Schnauze zeigen, dass sie nach der Geburt und nachdem sie das Kleine abgenabelt hat noch nicht wieder im Wasser war. Zwischen den beiden liegt der Mutterkuchen - auf den die Möwe wartet.

Etwas Geduld wird der Vogel aber noch brauchen. Denn damit die Jungen nicht mit der frischen Nabelwunde am Bauch robben müssen, warten die Seehundmütter oft, bis die steigende Flut sie und ihr Kleines von selber anhebt.

Das ruhige Wetter Anfang Juni nutzten auch die Seehundzähler, die im Auftrag der Nationalparkverwaltung jährlich mehrere Flüge zur Erfassung des Gesamtbestandes und des Jungenanteils durchführen.