Prof. Grzimek und das Wattenmeer

Im 30-jährigen Jubiläumsjahr des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer zeigt die ARD den Spielfilm und die Dokumentation "Grzimek".

04.04.2015

Das Zusammentreffen von Fernsehausstrahlung und Nationalpark-Geburtstag ist sicherlich ein Zufall. Trotzdem spielte Prof. Bernhard Grzimek Anfang der 1970er-Jahre in seiner damaligen Funktion als Bundesnaturschutzbeauftragter eine wichtige Rolle in den ersten Diskussionen um einen Nationalpark Wattenmeer.

1962 hatte die Schutzstation Wattenmeer mit der Denkschrift zum "Großreservat Halligmeer" einen wichtigen Anstoß zur Einrichtung großflächiger Schutzgebiete im Wattenmeer gegeben. Offenbar die richtige Idee zur richtigen Zeit. Denn bereits 1968 wurden die nordfriesischen Außensände Japsand, Norderoogsand und Süderoogsand  als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Wichtigen Rückenwind auf dem Weg zu noch größeren Schutzgebieten gab am 17. Juli 1971 der Besuch von Prof. Grzimek als Bundesnaturschutzbeauftragter in der Schutzstation auf Hallig Hooge. Denn dieser zeigte, dass der Gedanke eines großflächigen Wattenmeer-Schutzes nun auch auf Bundesebene ernst genommen wurde. So ernst, dass bereits im nächsten Jahr der Deutsche Naturschutztag in Husum stattfand. Keine 10 Jahre nach der Niederschrift der ersten Ideen war nun ein "Nationalpark Wattenmeer" ganz konkret "ein Projekt in der Diskussion".

Letztlich sollte es noch bis 1985 dauern, bis der von der Elbe an die dänische Grenze reichende "Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer" eingerichtet wurde. Doch mit dem Besuch von Prof. Grzimek und dem Deutschen Naturschutztag waren entscheidende Schritte auf dem Weg hierhin getan.

 

Mehr zu den Anfängen des großflächigen Wattenmeer-Schutzes gibt es hier.

Einen Artikel von Prof. Hans-Peter Ziemek über die ersten 10 Jahre der Schutzstation Wattenmeer steht hier zum Download:

Zeitschrift "wattenmeer" 2012-1