Rohstoffsuche und Klimawandel

Neue Herausforderungen für Husumer Wattenschützer

01.04.2010

Zu ihrer jährlichen Mitgliederversammlung ist die Schutzstation Wattenmeer Ende März 2010 im Theodor-Storm-Hotel in Husum zusammengekommen.

„2009 war ein herausragendes Jahr für unsere Arbeit“, sagte Johann Waller, Vorsitzer der Schutzstation Wattenmeer. „Am bedeutsamsten waren die Anerkennung des Wattenmeeres als UNESCO-Weltnaturerbe und die Verleihung des Deutscher Bürgerpreises an unseren Ehrenvorsitzer. Besser kann es in einem Jahr kaum laufen“, so Waller weiter.

Die gerade zu Ende gegangene internationale Regierungskonferenz auf Sylt habe aber deutlich gezeigt, dass nach dem Feiern die Arbeit weitergehen müsse. Erdölsuche im Wattenmeer, CCS-Speicherung von Kohlendioxid und der Klimawandel seien die wichtigsten naturschutzpolitischen Herausforderungen der nächsten Jahre.

Kritik übte Waller an der aktuellen Naturschutzpolitik der Landesregierung: „Das neue schleswig-holsteinische Naturschutzgesetz ist ein deutlicher Rückschritt. Es bleibt in vielen Bereichen selbst hinter den nutzerfreundlichen Normen der Bundesgesetzgebung zurück.“ So dürfe nach dem neuen Landesnaturschutzgesetz bis zu 100 m hinter der Küstenlinie gebaut werden, während der Bund einen Mindestabstand von 150 m vorschreibe. Ein weiteres Beispiel sei die Abschaffung des Vorkaufsrechtes für den Naturschutz an wertvollen Naturflächen. Intensiv genutzte Äcker statt artenreicher Lebensgemeinschaften seien die Folge.

Waller wandte sich gegen eine geplante Verkürzung des Zivildienstes: „Sechs Monate sind zu kurz für den sinnvollen Naturschutzeinsatz von Zivis.“ Ziehe man Einarbeitungszeit und Lehrgänge ab, blieben sogar nur vier Monate übrig. Die Schutzstation habe daher auf Bundesebene eine Initiative gestartet, damit Zivis ihren Dienst freiwillig verlängern können.

„Unsere Mitarbeiter haben im letzten Jahr über 300.000 Menschen das Weltnaturerbe Wattenmeer in unseren Infozentren und bei Veranstaltungen näher bringen können,“ zog auch Harald Förster, Geschäftsführer der Schutzstation eine positive Bilanz. Die Dienstverkürzung bei den Zivis und Mitteleinsparungen beim FÖJ würden die künftige Arbeit aber erheblich erschweren. Mit einer neuen Organisationsstruktur solle die Effizienz der Vereinsarbeit weiter gesteigert werden. Geschäftsstelle und Vereinssitz werden im Laufe des Jahres nach Husum verlagert.

Johann Waller, Vorsitzer der Schutzstation Wattenmeer