Schutzstation Wattenmeer begrüßt Stopp der Speedbootfahrten vor Sylt

Die Firma "Supersail" plante, erstmals am Ostersamstag 2009 stündlich Speedboottouren vor Sylt anzubieten. Nun hat die Laboer Firma nach deutlicher Kritik von Naturschutzverbänden ihre Pläne überraschend wieder aufgegeben.

08.04.2009

Wer Schlauchboote hört, denkt vielleicht an seinen ersten Ausflug auf dem heimischen Baggersee. Kombiniert mit einem 250-PS-Motor wird aus dem fragilen Gefährt ein Geschoss, das mit bis zu 100 km/h über das Wasser rast. Die Firma "Supersail" plante, erstmals am Ostersamstag stündlich Speedboottouren vor Sylt und Römö anzubieten. Nun hat die Laboer Firma nach deutlicher Kritik von Naturschutzverbänden ihre Pläne überraschend wieder aufgegeben.

 

"Wir begrüßen die Entscheidung von Supersail, keine Speedbootfahrten vor Sylt und Römö anzubieten", sagt Harald Förster, Geschäftsführer der Schutzstation Wattenmeer. "Mitten durch ein Gebiet zu rasen, wo Schweinswale ihre Jungen zur Welt bringen, hätte für die geräuschempfindlichen Tiere einen ähnlichen Effekt wie startende Düsenjäger auf den Menschen gehabt."

 

Im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer gilt eine Höchstgeschwindigkeit von zwölf bzw. 16 Knoten. Deshalb wollte der Veranstalter auch erst jenseits der Grenze in dänischen Hoheitsgewässern Vollgas geben und "im Tiefflug über die Wellen fliegen", wie er auf seiner Homepage wirbt.

 

"Dieses ist ein schöner Erfolg für den Naturschutz auch anlässlich des zehnjährige Bestehens des Walschutzgebiets," so Förster weiter. "Der Fall zeigt beispielhaft, wie wichtig der grenzübergreifende Schutz des Lebensraumes Wattenmeer ist. Es darf keinen Unterschied machen, ob Schweinswale ihren Jungen diesseits oder jenseits der Grenze zur Welt bringen."