Schutzstation Wattenmeer ruft zum "Dolphinwatch" auf!

24.08.2001

Die Schutzstation Wattenmeer in Hörnum ruft Ausgucker, Strandläufer, Seefahrer, Segler Biologen und sonstige Meerbegeisterten an der Küste auf, nach Delfinen Ausschau zu halten und Sichtungen von Kleinwalen zu melden. Anlass ist ein Erlebnis von Rettungsschwimmern aus Rantum auf Sylt. Die erfahrenen Beobachter Stefan Bucken und Robert Gärtner vom Strandabschnitt "Samoa" sahen vorgestern mehrere Gruppen von delphinartigen Tieren in rund 200 m Entfernung vom Strand vorbeiziehen. Insgesamt waren es über 30 dunkle Rückenfinnen, die fast synchron auf-und abtauchten. Unter den Meeressäugern waren einige, die mit Sicherheit über 2 m lang waren, einige der überwiegend hell gefärbten Tiere sprangen sogar mit dem ganzen Körper aus dem Wasser. "Die Beobachtungen deuten darauf hin, daß es sich bei dieser Sichtung nicht um die vor Sylt fast täglich zu sehenden kleinen Schweinswale (Phocoena phocoena) handelte, die maximal eine Länge von 1,8 m erreichen", meint Lothar Koch, Biologe bei der Schutzstaton Wattenmeer. "Es ist nicht auszuschließen, daß sich Delphine auf der Suche nach Nahrung vor unsere Küste verirrt haben, so wie es bereits im Juni dieses Jahres von der Ostsee gemeldet wurde". Dort waren einige Exemplare des "Gewöhnlichen Delphins" (Delphinus delphis), erstmalig seit fast 100 Jahren wieder vor Mecklenburg Vorpommerns Küste aufgetaucht und erst dieser Tage sogar im Lübecker Hafen gesichtet. Auch in der Nordsee gelten Gewöhnliche Delphine als sehr selten.

Denkbar ist aber auch, daß sich zur Zeit Weißschnautzendelphine (Lagenorhynchus albirostris) vor Nordfrieslands Küste aufhalten, die bei uns am Wattenmeer zwar selten, in der nördlichen Nordsee jedoch häufiger beobachtet werden. Erst am 2. Juli mussten Mitarbeiter der Schutzstation Wattenmeer auf Hallig Hooge einen Kadaver dieser Delphinart bergen. Der als "Flipper" aus Delphinarien und Filmen bekannte "Große Tümmler" (Tursiops truncatus) scheidet nach Ansicht von Lothar Koch in diesem Fall aus. Diese Tierart gilt in der südlichen Nordsee schon lange als ausgestorben. Um eine sichere Bestimmung der vor Rantum gesichteten Kleinwale zu ermitteln, sind weitere Sichtungen erforderlich. Daher bittet die Schutzstation um telefonische Meldung von Wal- und Delphinsichtungen, mit der Angabe von Ort, Datum, Uhrzeit etc.: 04651/881093.