Segel setzen für Esbjerg

Delegation aus Holland landet auf dem Weg zur Wattenmeerkonferenz auf Sylt

23.10.2001

Die "Waddenvereniging tout Behoud van de Waddenzee", unsere Partnerorganisation aus Holland, stattet dieser Tage der Schutzstation Wattenmeer auf Sylt einen Besuch ab. Auf ihrer Abenteuertour durchs internationale Wattenmeer machen die Naturschützer aus Harlingen am Abend des 24.10. im Hörnumer Hafen fest.

Die Delegation besteht überwiegend aus 10-17 jährigen Jugendlichen, die mit einer erfahrenen Seemanschaft auf einem zweimastigen Schoner unterwegs sind. Die 40 m lange und fast 40 Jahre alte "Stortemelk" soll die Gruppe von Wattschützern von Den Helder bis nach Esbjerg segeln. Dort findet am 30./31.10. die 9. Internationale Wattenmeerkonferenz der Anrainerstaaten Dänemark, Deutschland und Holland statt.

Zuvor sammeln die Jugendlichen Eindrücke auf ihrer Reise durchs Watt, die sie den Ministern sicher eindrücklich mitteilen werden. In Hörnum wird die Delegation von der Schutzstation Wattenmeer und Vertretern des WWF begrüßt und informiert werden. Geplant ist am 25.10. ein Besuch in dem Naturkundlichen Infozentrum der Naturschutzgesellschaft, unweit des Hörnumer Hafens und eine Exkursion um die Südspitze der Insel Sylt.

"Ganz besonders interessieren wir uns für das Vorkommen und den Schutz der Schweinswale vor Sylt" sagte Leo van der Ploeg, Fahrtleiter der Expeditionsetappe am Bordtelefon gegenüber Boris Ludz und Lothar Koch von der Schutzstation in Hörnum.

Diesbezüglich will man von den schleswig-holsteinischen Naturschutzpartnern lernen: Immerhin hat die Schutzstation Wattenmeer erst vor zwei Jahren den Weg für die Einrichtung des ersten europäischen Walschutzgebietes durchgefochten. Die Holländer kennen die Schweinswale als "Bruinvisse" noch aus den 60iger und siebziger Jahren. Heute sind die Tiere dort extrem selten.

Auch Klaus Müller, der Umweltminister des Landes, hat sich zur Begrüssung der reisenden Wattschützer in Hör num angesagt.

Am 26. 10. setzt dann die "Stortemelk" wieder ihre Segel, um rechtzeitig in Esbjerg anzukommen. Auf der Etappe soll natürlich intensiv nach den Kleinwalen Ausschau gehalten werden.

In Esbjerg werden die Partner von Waddenvereniging und Schutzstation Wattenmeer wieder vor den Türen der Ministerkonferenz zusammentreffen. Eine Delegation der Schutzstation will der Konferenz einige Tausend Unterschriften gegen die Seehundjagd im Wattenmeer übergeben, die in diesem Sommer gesammelt wurden.