Seltener Fund: Schnabelwal in Büsum gestrandet

07.09.2009

Ein 300 kg schwerer Schnabelwal ist am 07.September 2009 in Büsum angeschwemmt worden. Das Jungtier war nach Auskunft der Wasserschutzpolizei schon mehrere Tage tot, bevor es die Küste erreichte. Schnabelwale sind nicht im Wattenmeer heimisch, sondern Bewohner tieferer Gewässer wie des offenen Atlantiks.

 

Über die Todesursache liegen noch keine Erkenntnisse vor. Es ist jedoch bekannt, dass Schnabelwale sehr empfindlich auf Unterwasserlärm reagieren, besonders auf den Einsatz von militärischen Sonargeräten. Die Tiere kommen aufgeschreckt aus großer Tiefe schnell an die Oberfläche und erleiden ein ähnliches Schicksal wie menschliche Taucher. Der im Blut gelöste Stickstoff perlt aus und verstopft die Blutgefäße (Dekompressionskrankheit). Die ungewöhnliche Strandung von fünf Schnabelwalen in Großbritannien vor einem Jahr sehen Experten der Universität von St.Andrews in direktem Zusammenhang mit dem Einsatz von Anti-U-Boot-Sonar. Seit den 1960er Jahren wurden weltweit über 40 Massenstrandungen von Schnabelwalen beobachtet.

 

Einige der 21 Arten umfassenden Familie der Schnabelwale können bis zu mehrere Tonnen schwer werden. Sie ernähren sich z.B. von Kalmaren, die mit ihrer schnabelförmig ausgezogenen, namensgebenden Schnauze einsaugen.

 

Schnabelwale können ungewöhnlich tief und lange tauchen. Tauchzeiten von 90 Minuten bei einer maximalen Tauchtiefe von 1.900 m wurden bei einzelnen Tieren beobachtet.