Sturmflut kegelt Robben durch den Nationalpark

Kegelrobbenbabys am Amrumer Strand sorgen für Dauereinsatz der Naturschützer

29.11.2011


Gerade erst sind die Kegelrobbenbabys auf dem vor Sylt und Amrum gelegenen Jungnamensand zur Welt gekommen. Schon spülte sie die erste Sturmflut dieses Herbstes an den Amrumer Strand. Wasserstände über 1,5 Meter ließen die niedrige Sandbank überfluten, so dass die Jungrobben zusammen mit ihren Müttern auf den Strand der nahegelegenen Nordseeinsel ausweichen mussten.

Jeden Morgen sind die Mitarbeiter der Naturschutzverbände Schutzstation Wattenmeer, Öömrang Ferian und Verein Jordsand unterwegs, um an den Stränden nach Kegelrobben Ausschau zu halten.

“Sechs Robbenbabys wurden in den letzten Tagen an den Amrumer Kniepsand gespült. Die Mitarbeiter der Naturschutzverbände haben ‘flexible Ruhezonen’ für sie eingerichtet”, berichtet Silvia Gaus, Meeressäugerexpertin bei der Schutzstation Wattenmeer.

"Wir informieren die Spaziergänger und halten Störungen von den Robbenbabys fern“, sagt Armin Jeß, Leiter des Naturzentrums des Öömrang Ferian. "Die Mütter sind fast immer irgendwo in der Nähe im Wasser und kommen regelmäßig zurück, um die Babys zu säugen. “

“Zwei junge Kegelrobben im Alter von ein bis zwei Wochen haben sich als Ruheplatz die dauerhaft abgesperrte Nordspitze der Insel Amrum ausgesucht”, berichtet Dieter Kalisch vom Verein Jordsand.

"Über 350 Kegelrobben wurden seit dem Beginn des Schutzprojektes im Jahr 1989 auf der Sandbank vor den Nordseeinseln geboren", freut sich Gaus. "Die Mitarbeiter der Naturschutzvereine haben in dieser Zeit wesentlich dazu beigetragen, dass sich Kegelrobben im Wattenmeer wieder zuhause fühlen", so die Biologin weiter. Außerdem sei das Interesse von Anwohnern und Touristen für diese faszinierenden Tiere geweckt worden.
 
Erst sei den 1980er Jahren sind Kegelrobben wieder ins Wattenmeer zurückgekehrt. Knochenfunde zeigen, dass sie für Jahrtausende die häufigste Robbenart im Wattenmeer gewesen sein müssen. Seit dem 16. Jahrhundert nahm ihre Zahl drastisch ab, wahrscheinlich verursacht durch starke Bejagung.

Heute leben wieder über 2.000 Kegelrobben im Wattenmeer, die meisten davon vor der niederländischen Küste.

Das erste Kegelrobbenbaby des Winters schläft am Amrumer Strand