Trauriger Start der Kegelrobben-Saison

30.11.2001

Mit der traurigen Meldung von zwei toten Jungtieren beginnt die diesjährige Wurfzeit bei den im Nationalpark Wattenmeer so seltenen Kegelrobben. Gestern hatte die Crew des Zollbootes "Kniepsand" die bedauerliche Sichtung eines Todfundes aus dem Wattenmeer an die Schutzstation Wattenmeer in Hörnum auf Sylt gefunkt. Der erste Jungtierkadaver wurde bereits am 16.11. in der "Kinderstube" der Kegelrobben am Jungnamensand zwischen Sylt und Amrum gesichtet. Glücklicherweise konnte dort gestern aber auch ein lebendiges Robbenbaby zwischen den 18 rastenden Alttieren gesichtet werden.

Die Naturschutzgesellschaft Schutzstation Wattenmeer auf Sylt und der Öömrang Ferian (Amrumer Naturschutzverein) verfolgen bereits seit Jahren in Kooperation mit dem Zollboot "Kniepsand" die Entwicklung der kleinen gefährdeten Robbenkolonie zwischen Sylt und Amrum. Hier kommen jedes Jahr nur bis zu 14 Jungtiere zur Welt (Vergleich: Seehunde gebären jedes Jahr im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer rund 1800 Seehundbabies).

Im vergangenen Jahr gab es im Wattenmeer bei14 Geburten insgesamt drei Totfunde von Jungtieren. Todesursache ist zumeist die Überflutung des Wurfplatzes kurz nach der Geburt. Die Jungtiere haben dann noch nicht ausreichend Energiereserven angefuttert, um längere Zeit im kalten Wasser zu verbringen. Erst wenn die Robbenbabies eine gute Woche alt sind, können sie Sturmphasen und Verdriftungen an die Inselstrände gut überleben. Ebenso wie bei Seehundheulern besteht auch für Kegelrobbenbabys nur an störungsfreien Rastplätzen die Chance, vom Muttertier weiter gesäugt zu werden, oder nach einer Ruhepause aus eigenem Antrieb wieder zum angestammten Wurfplatz zurückzuschwimmen. Sobald eine Jungrobbe gesichtet wird, richten die Mitarbeiter von Öömrang Ferian und Schutzstation Wattenmeer eine ausreichende Ruhezone am Strand ein und informieren die Spaziergänger über den Sinn der kleinen Umleitung zu Gunsten des Artenschutzes.

Daher appelliert die Naturschutzverbände an alle Strandläufer: Bitte Ruheplätze von Robben respektieren, Hunde an die Leine nehmen und die Schutzstation Wattenmeer benachrichtigen.