Umweltverbände fordern: Keine schwimmenden Ferienwohnungen im Weltnaturerbe Wattenmeer

Klare Absage an geplante Bauten an Sylter Ostküste

27.08.2015

Naturschutzgemeinschaft Sylt, NABU, Söl’ring Foriining und Schutzstation Wattenmeer kritisieren Pläne, Ferienwohnungen auf dem Wasser im Naturschutzschutzgebiet Wattenmeer am Nationalpark zu errichten. Schutzzweck des Gebietes sei ja gerade die weite unbebaute Wattenlandschaft. Am 24.8.15 hatte die Sylter Rundschau über Planungen berichtet, 30 Wohnhäuser auf schwimmenden Pontons vor der Sylter Ostküste zu errichten.

„Wir sind entsetzt über diese Idee. Es gibt genug leerstehende Luxuswohnungen auf Sylt. Die alten Investitionsruinen an Land brauchen keine Ergänzung durch neue auf dem Meer“, sagt Dennis Schaper, Stationsleiter der Schutzstation Wattenmeer. Ein solches Projekt würde die Küste weiter verschandeln.

„Nicht nur durch die Rammarbeiten bei der Errichtung der Häuser, auch im laufenden Betrieb wäre die sensible Wattlandschaft mit ihrer Tier- und Pflanzenwelt durch Lärm-, Licht- und Müllbelastung beeinträchtigt“, sagt Walter Koernig, Schutzgebietsreferent des NABU auf Sylt. Zudem zieht er die Behauptung des Investors in Zweifel, es bestünde Kontakt zu seinem Verband. „Mit uns hat niemand über das Vorhaben gesprochen“, so Koernig.

„Es ist zwar ein architektonisch interessantes Projekt, wir halten es aber für nicht umweltverträglich, weitere Baugründe – und dann auch noch im Wattenmeer – zu erschließen. Die Belastungsgrenze ist überschritten!“ gibt Margit Ludwig, Geschäftsführerin der Naturschutzgemeinschaft Sylt zu bedenken.
„Das Vorhaben ist eine Utopie ohne Substanz“, sagt Sven Lappoehn, Geschäftsführer der Söl’ring Foriining. Es sei zweifelhaft, ob ein solches Projekt baurechtlich überhaupt genehmigungsfähig sei.
 
Aus Sicht der Naturschutzverbände sollte die Vision schwimmender Bauten im Wattenmeer dorthin verschwinden, wo sie plötzlich hergekommen ist: in die Schublade ihres Schöpfers.

So sah das geplante "Baugebiet" vor der Ostküste Sylt bei Hörnum in einem Eiswinter aus; die Häuser sollen direkt an der Küste auf Pontons stehen