Wattführung zugunsten der Elbe-Flutopfer

19.08.2002

Die Schutzstation Wattenmeer in Hörnum veranstaltet am Montag den 19.8. um 16:00 eine Sonderwattführung zugunsten der Elbe-Flutopfer. Treffpunkt der etwa zweistündigen naturkundlichen Wattexkursion, bei der die Tiere und Pflanzen des Nationalparkes erläutert werden, ist die Bushaltestelle Hörnum Nord. Alle Spenden, die bei dieser Veranstaltung zusammenkommen, leitet die gemeinnützige Naturschutzgesellschaft unverzüglich einer der aktuellen Hilfsorganisationen für Flutopfer zu.

"Wir wollen bei Ebbe der Flutopfer gedenken und so eine kleine Geste der Solidarität von der oft durch Fluten bedrohten Nordseeinsel Sylt aussenden. Sylt verdankt seinen Bestand auch ganz wesentlich der Solidarität aller Bundesbürger, die als Steuerzahler den Sylter Küstenschutz mitfinanzieren. Dauerhafte Abhilfe kann jedoch nur durch ein Umdenken in der Gesellschaft hinsichtlich des Umganges mit Natur und Umwelt geschehen", begründet Lothar Koch, Sprecher der Schutzstation Wattenmeer, die Hilfsaktion der Naturschützer.

Die Begradigung natürlicher Flußsysteme und die Vernichtung von Nasswiesen, Flussauen und Flussdeltas sind wesentliche Gründe für die hohe Vernichtungskraft der aktuellen Flutwellen, unter der zur Zeit entlang der Elbe Millionen von Menschen und Tieren leiden. Die Anheizung des "Treibhauseffektes" durch den drastischen Verbrauch fossilier Brennstoffe, vor allem durch Autoverkehr und die klimaschädlichen Abgase bei der Massentierhaltung sind weitere Ursachen, die solche Katastrophen in Zukunft wahrscheinlicher machen. Auch das Großökosystem der Nationalparke Wattenmeer kann durch den zu erwartenden Meeresspiegelanstieg in den nächsten Jahrzehnten Schaden nehmen.

Mensch und Natur auf Halligen und Inseln geraten zunehmend in Gefahr durch häufige Stürme und hohe Wasserstände.Wenn das bei Ebbe über Quadratkilometer weit trockenfallende Watt irgendwann unter einer ewigen Flut "absaufen" sollte, stünden keine Nahrungsflächen mehr für die rund 12 Millionen Zugvögel zur Verfügung. Der Naturhaushalt würde sich völlig ändern und aus der "Schatzkammer Wattenmeer" ein durchschnittliches Küstengewässer werden. Um das wirklich abzuwenden, ist die Solidarität zum schonenden Umgang mit der Natur erforderlich, egal wie weit entfernt man vom Wattenmeer zu Hause ist. Über die Flüsse und das Meer sind alle verbunden.