Zivildienstende und Eingriffe in den Nationalpark

Mitgliederversammlung der Schutzstation Wattenmeer

01.04.2011

Die Schutzstation Wattenmeer hat am Beltringharder Koog im Hotel Arlau Schleuse ihre diesjährige Mitgliederversammlung abgehalten. Die Herausforderungen durch den Wegfall des Zivildienstes und geplante Eingriffe in den Nationalpark bestimmten die Diskussion auf der Versammlung.

„Erdöl, Kalilauge und jetzt Kohlendioxid... Das Wattenmeer ist nicht zum Weltnaturerbe erklärt geworden, um dann als Industriegebiet missbraucht zu werden“, sagte Vorsitzer Johann Waller. Die mögliche CO2-Speicherung unter dem Wattenmeer sei der falsche Weg zur Lösung des Klimaproblems. „Die Diskussion um die Endlagerung des Klimagases folgt dem gleichen Muster wie bei der Atomenergie in den 1970er Jahren,“ so der Vorsitzer der Naturschutzgesellschaft weiter. Herunterspielen, verniedlichen, verharmlosen, das funktioniere heute nicht mehr. Die atomare Katastrophe in Fukushima habe leider auf drastische Weise deutlich gemacht, dass auch das noch so kleine Restrisiko einer Technologie zur realen Bedrohung werden könne.

Es gebe aber auch erfreuliche Entwicklungen. Das Wattenmeer ist im Jahr 2010 auch in Dänemark zum Nationalpark geworden und in absehbarer Zukunft ist der nördliche Nachbar beim Weltnaturerbe dabei. Hieraus erhofft sich Waller Impulse bei den Problemen mit der Stellnetzfischerei, die jenseits der Grenze immer noch zu großen Verlusten bei Schweinswalen und Seevögeln führen.

Als größten Einschnitt des Jahr 2011 sieht Schutzstation-Geschäftsführer Harald Förster das Ende des Zivildienstes. Mit derzeit 22 Zivis ist die Schutzstation Wattenmeer bundesweit eine der größten Einsatzstellen im Umwelt- und Naturschutz. „Wir sind durch die Initiative „Freiwillig am Meer“ auch für die Nach-Zivi-Zeit sehr gut aufgestellt,“ sagte Förster. In Kooperation mit anderen Naturschutzinstitutionen wirbt die Schutzstation unter diesem Motto um Freiwillige für die Betreuung des Nationalparks, was bereits zu erfreulich vielen Bewerbungen geführt habe.

Auch die Neuorganisationen innerhalb der Schutzstation sei gut vorangekommen. Der Verein habe Geschäftsstelle und Vereinssitz nach Husum verlagert und auf diese Weise die Arbeitsabläufe verbessern können.

Den gelungenen Abschluss der Versammlung bildete die Führung des Biologen Dr. Walther Petersen-Andresen durch den nahe gelegenen Beltringharder Koog, den die Schutzstation Wattenmeer gemeinsam mit drei Partnervereinen betreut. Die Mitglieder konnten einen Seeadler beobachten, wie er über Schleswig-Holsteins größtem Naturschutzgebiet seine Kreise zog.

Gelungener Abschluss: Führung durch den frühlingshaften Beltringharder Koog