Blutstropfen auf Falterflügeln
Blutbär - Tier des Monats Juli
Der Blut- oder Jakobskrautbär (Thyria jacobaeae) entwickelt sich nur am Jakobskgreiskraut. Die Raupe speichert giftige Alkaloide aus der Pflanze, und auch der Falter ist giftig. Normalerweise schützen Pflanzengifte vor Fressfeinden, doch manchmal geht die Evolution seltsame Wege. Beim Jakobsgreiskraut hat der Blutbär sich so weit an die giftigen Alkaloide gewöhnt, dass er sie selbst nutzen kann. Die warnend gelb-schwarz gefärbten Raupen sammeln das Gift aus ihrer Futterpflanze und sind ungenießbar. Das Gift bleibt im Körper und schützt später auch den warnend roten Falter.
Warnfarbiger Falter mit Ringelraupen
Noch vor 20 Jahren war der Jakobskrautbär eine Rarität in Mitteleuropa, denn auch seine Futterpflanze war selten. Dann begann das Jakobsgreiskraut aus unbekannten Gründen stark zuzunehmen, und auch der Falter wurde häufig. Jahrweise wechselnd kann man die gelb-schwarzen Ringelraupen im Juli fast überall auf dem Greiskraut finden. Wo sie zahlreich sind, skelettieren sie die Pflanze bis auf kahle Stängelstümpfe. Dann gehen sie zur Verpuppung in den Boden, und im nächsten Frühsommer schlüpft die neue Generation. Zusammen mit spezialisierten Flohkäfern und Gallwespen reguliert der Blutbär das Greiskraut.






