Eisige Vogelzählungen

Frost, Wind und Vogelschwärme

Das ganze Jahr über zählen unsere Freiwilligen alle zwei Wochen die Vögel. Rund um Springtide läuft die Flut immer etwas höher auf, so dass die Zugvögel bei Hochwasser sich nah am Land sammeln und dort am besten zu erfassen sind.

Selbst im Winter sind noch viele Enten, Gänse und Watvögel im Watt zu sehen. Daher versuchen unsere Freiwilligen, auch jetzt die Zählungen im normalen Rhythmus auf den üblichen Strecken durchzuführen. Anfang der Woche waren Temperaturen von minus 5 Grad und ein kräftiger Ostwind für die Teams eine besondere Herausforderung. Die Kleidung war daher einige Schichten dicker als sonst. Einen besonders langen Weg hatten dann Kirsten und Marlene, die vorgestern von der Peterswarf auf Langeneß über den Lorendamm nach Oland liefen, um auch dort die Vögel zu zählen. Neben Wind und Kälte waren auch rutschige Steine eine Herausforderung, so dass sie zurück in der Station ein anstrengendes Arbeitspensum hinter sich hatten.

Auf Hooge rasten noch erstaunlich viele Knutts, die hoffentlich weit draußen auf dem Watt bei Niedrigwasser noch genügend kleine Muscheln finden, um insbesondere die kalten Nächte gut zu überstehen. Bei Hochwasser sitzen sie jetzt dicht gedrängt an der Steinkante der Hallig. Hoffentlich kuscheln sie dabei jetzt nicht zu eng, denn wir finden leider immer wieder einzelne Vögel, die offenbar mit der Vogelgrippe infiziert sind. Kommen viele Vögel sehr nah zusammen, könnte sich das Virus leicht weiter verbreiten.
Nicht krank, aber dennoch sehr auffällig war ein fast weißer Großer Brachvogel vor St. Peter-Ording. Das ist keine Anpassung an den Winter, sondern eine seltene genetische Abweichung, ein sogenannter Leuzismus. Dabei sind manchmal nur einzelne Federn oder auch größere Bereiche der Federn weiß.

Übrigens sind unsere Teams nicht nur zu den Vogelzählungen draußen, sondern etwa auch zu den regelmäßigen Spülsaumkontrollen. Und auch die Öffentlichkeitsarbeit läuft weiter. Selbst jetzt kommen Gäste nicht nur in die Ausstellungen, sondern durchaus auch zu Wattwanderungen oder Vogelführungen. Das sind dann oft besonders eindrucksvolle Touren.
Die Termine aller Veranstaltungen stehen hier im Gesamtkalender und auf den Seiten der einzelnen Stationen.

 

 

Schnee und Eis auf der Hallig
Am Montag hatte der Winter etwa Hallig Hooge fest im Griff.
Lahnung, Eis und Entenschwärme
Dennoch sind im Watt auch weiterhin größere Vogelschwärme zu sehen, hier Pfeif- und Stockenten an der Eiderstedter Südküste.
Freiwilliger vor vereistem Watt
Auf Hooge fotografierte Lina durch ihr Fernrohr ihren Kollegen Julius, der sich auf dem Sommerdeich gegen den Wind voran kämpfte.
Freiwillige mit Schal und Fernrohr
Dick eingepackt und durchaus gut gelaunt zählte Marlene auf Hallig Oland die Vögel, bevor es wieder zurück nach Langeneß ging. Abends hatte sie fast 15 Kilometer hinter sich.
Eisschollen auf Gewässer
Die Priele sind zurzeit voller Eis.
Vogelzählerin auf Deich
Auf Nordstrand zählte Belana vom fast schneefreien Deich. Aber auch dort war sie mit Mütze und mehreren Kapuzen gegen die Kälte gewappnet.
Dünne Eisschollen auf dem Watt
Vor Westerhever zählte Timon sogar draußen auf der Sandbank. Zwischendurch konnte man auf eisfreien Strecken recht zügig laufen.
Freiwilliger auf Glatteis
Bei Puan Klent testete Arthur lieber erst einmal die Lage :-)
Vogelschwarm landet an Halligkante
Auf Hooge rasten trotz der Kälte noch viele Knutts.
Knutt sitzen dicht beisammen
Ähnlich wie Pinguine scheinen sie sich gegenseitig Schutz vor Wind und Kälte zu geben.
Heller Brachvogel neben normal gefärbten
Vor St. Peter-Ording hält sich seit einigen Tagen dieser Große Brachvogel auf. Es ist kein Albino, denn dann müsste er ganz weiß sein und ein rotes Auge haben. Er hat eine Leuzismus genannte Genveränderung.
Kleine Gruppe auf verschneitem Watt
Wattwanderung am Wochenende vor St. Peter-Ording.